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    Washington setzt auf „befreundete“ Diktatoren – US-Magazin

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    Politik
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    In den Zeiten des Kalten Kriegs und im Laufe der militärischen Anti-Terror-Kampagne setzten die USA auf nachgiebige autoritäre Führer statt auf unberechenbare demokratische Politiker, wie Ted Galen Carpenter, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Cato Institute, in der US-Zeitschrift „The National Interest“ schreibt.

    Die Begeisterung, die die Obama-Administration einst für „demokratische“ Staatsstreiche des „arabischen Frühlings“ hatte, ist derzeit praktisch verschwunden. Dieser Standpunkt wurde bei der jüngsten Sitzung von US-Außenminister John Kerry mit dem ägyptischem Staatschef Abdel Fattah al-Sisi hervorgehoben. Kerry zufolge sympathisiert Washington in der Region mit ägyptischen Militärs und dem gewählten Präsident al-Sisi, und nicht mit dem Ex-Staatschef von Ägypten, Mohammed Mursi.

    Die Beziehungen mit Ägypten spiegeln die lang zurückliegende US-Politik wieder, ist sich Carpenter sicher. Der Analytiker nennt den Diktator Hosni Mubarak als Beispiel, auf den sich die USA mehr als 30 Jahre verließen, trotz der Härte und der Korruption, die sein Regime auszeichneten. US-Vizepräsident Joe Biden hätte sich einst im Interview mit dem Sender PBS sogar geweigert, Mubarak als Diktator zu bezeichnen, und hätte Aufrufe zu seinem Rücktritt abgelehnt.

    Die Obama-Administration weigerte sich zudem, den Sturz von Präsident Mursi als Staatsstreich anzuerkennen, so Carpenter weiter.

    Die US-amerikanische Vorliebe für angeblich „befreundete“ Diktatoren zeige sich nicht nur am Beispiel Ägypten. Desweiteren schlägt Carpenter vor, sich an den durch US-Geheimdienste organisierten Staatsstreich im Iran 1953 zu erinnern.

    Die US-Zuneigung, mit „befreundeten“ Diktatoren anzubändeln, sei eine kurzsichtige Politik, die sich im Endeffekt nicht rentieren werde.

    Leider gibt es fast keine Gründe zu glauben, so Carpenter, dass die US-Politiker begriffen haben, dass die Wahl zugunsten von Diktatoren fragwürdig und kontraproduktiv ist. Die gegenwärtige Sympathie seitens der USA zum Al-Sisi-Regime bestätige nur, dass Washington in seiner Außenpolitik nach wie vor die Kooperation mit „befreundeten“ Diktatoren bevorzugt.

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    Tags:
    Kooperation, The National Interest, Ted Galen Carpenter, Hosni Mubarak, Mohammed Mursi, Abdel Fattah al-Sisi, Joe Biden, John Kerry, USA, Washington, Ägypten, Iran