23:37 23 August 2017
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    Hollandes Fehlkalkulationen: Präsident verursacht Verluste in Milliardenhöhe

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    Der französische Journalist Emmanuel Roussel, der die Verluste Frankreichs durch die gescheiterten Deals mit Kampfjets Rafale und den Flugzeugträgern Mistral in seinem jüngsten Artikel auf 54 Milliarden Euro geschätzt hat, erläutert exklusiv für Sputnik, wie es zu derart gewaltigen Verlusten gekommen ist.

    „Es geht konkret um die Kündigung des Vertrags mit Russland über den Verkauf der ersten beiden Mistral-Schiffe, aber außerdem um verschiedenste Fehler, die meines Erachtens beim Verkauf der Rafale-Jagdflugzeuge zugelassen wurden“, sagte er in einem Interview mit Sputnik Frankreich. „Mehrere Flugzeuge hatte Ägypten bestellt, aber unter der Voraussetzung eines solchen Systems von Garantien seitens französischer Banken, für die der französische Staat bürgt, so dass eine Situation entstand, wo sich die Frage ergibt, wer letztendlich zahlen wird. Schließlich ist es die Kündigung des Vertrags für den Kauf von 126 Rafale-Jagdflugzeugen durch Indien. Addiert man das alles, so ergibt sich die ungeheuerliche Summe von 54 Milliarden.“

    „Einerseits haben wir verlorenes Geld, andererseits – den eingebüßten Gewinn. Legt man das alles zusammen und schaut man  sich an, in welchem wirtschaftlichen Zustand sich Frankreich befindet, kann man sagen, dass die Ergebnisse katastrophal sind“, betonte der Journalist.

    Besteht ein Zusammenhang zwischen der Nicht-Lieferung der Mistral-Schiffe und dem Nichtzustandekommen des  Rafale-Vertrags? „Ich verbinde diese beiden Misserfolge nicht miteinander“, antwortete Roussel. „Präsident François Hollande hatte einfach 10 Tage nach der Unterzeichnung des Rafale-Vertrags mit Ägypten pathetisch verkündet, man habe ebenso mit Indien einen Vertrag unterzeichnet. Aber wir wissen, dass dem nicht so ist. Dass die 126 Rafale-Flugzeuge, deren Verkauf verkündet wurde, nicht verkauft wurden und dass Indien letztendlich russische SU-Flugzeuge kaufen wird. Warum einen Sieg verkünden, den es nicht gibt? Leider hören wir vom Präsidenten oft ähnliche Erklärungen. So verkündete er auf der traditionellen Pressekonferenz am 14. Juli, dass es ein Wirtschaftswachstum gebe. In Wirklichkeit aber war das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal gleich null. Mit solchen Erklärungen treten unsere Politiker regelmäßig auf. Letztendlich glaubt keiner mehr ihren Worten.“

    „Der Umbau der Mistral-Schiffe für den potentiellen Käufer wird unwahrscheinlich teuer sein“, betonte er. „Nimmt man die Steuerungs- und Kommunikationssysteme, so stammen sie aus russischer Produktion, man wird sie demontieren und durch eine andere Ausrüstung ersetzen müssen. Nehmen wir die Zahlungen, die der Werft STX ersetzt werden müssen. Das ist eine enorm hohe Summe. Nun sagt man uns, es gebe mehrere Anwärter für den Kauf der Mistral-Schiffe. Während seines Besuchs in Ägypten zur Eröffnung des zweiten Suez-Kanals verkündete François Hollande vorwegnehmend, Ägypten sei ein potentieller Kandidat für den Erwerb dieser Schiffe. Er sprach ebenso von Saudi-Arabien und sogar von Kanada und China. Gegenwärtig sind das alles nur Vermutungen. Ich bin nicht in die Geheimnisse der Macht eingeweiht, ich weiß nicht, was da oben läuft, doch eines ist klar – bisher stehen die Schiffe in Saint-Nazaire, und das kostet Geld: 30 Millionen im Monat für den Unterhalt und die Wartung, und es ist ungewiss, wie lange sie dort bleiben werden. Zweitens ist ein Umbau für ihren Verkauf an einen neuen Käufer erforderlich. Drittens würde ich gern wissen, wie lange diese Geschichte noch dauern soll.“

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    Rafale, Mistral, François Hollande, Emmanuel Roussel, Kanada, China, Saudi-Arabien, Ägypten, Russland, Frankreich
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