01:31 31 März 2020
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    Nach dem gerichtlichen Hafturteil für Eston Kohver zeigt sich Moskau erstaunt über den Kritikhagel aus dem Westen. Die Forderungen aus Washington und Brüssel, den estnischen Spion „sofort“ freizulassen, sieht das russische Außenministerium als einen Versuch, den Strafprozess zu politisieren.

    „Wir sind erstaunt über die Reaktion unserer westlichen Partner“, sagte die russische Außenamtssprecherin Marija Sacharowa am Donnerstag. Sie verwies darauf, dass der estnische Geheimdienstmitarbeiter in einem Gerichtsprozess schuldig gesprochen worden sei, der im Einklang mit russischem Recht gestanden habe und bei dem „alle völkerrechtlichen Aspekte und die Rechte des estnischen Bürgers“ eingehalten worden seien.

    Die Erklärungen aus dem Westen seien deshalb erstaunlich und ein „unverhüllter Versuch, die Strafsache zu politisieren“, so die Sprecherin.

    Ein Gericht in Pskow hat am Mittwoch den Mitarbeiter der estnischen Sicherheitspolizei, Eston Kohver, wegen Spionage, illegalen Waffenbesitzes und illegaler Grenzüberquerung zu 15 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB war Kohver im Gebiet Pskow an der Grenze zu Estland mit Spionagegeräten, einer Pistole und 5.000 Euro aufgegriffen worden. Nach Darstellung der estnischen Seite wurde der Mann auf estnischem Territorium von Unbekannten verschleppt.

    Wenige Stunden nach dem Urteil forderte zuerst die US-Botschaft in Tallinn nud dann auch der amerikanische Außenamtssprecher John Kirby eine unverzügliche Freilassung des estnischen Geheimdienstlers. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnete das Gerichtsverfahren als ungerecht.

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    Tags:
    Botschaft, Spionage, John Kirby, Eston Kohver, Tallinn, Moskau