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10:05 20 September 2019
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    Kurilen-Inseln

    Tokio zu Inselstreit: Kurilen-Reisen russischer Spitzenbeamter stören Dialog

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    Besuche russischer Spitzenbeamter auf den Kurilen-Inseln, die in Japan als „nördliche Territorien“ bezeichnet werden, widersprechen laut Außenminister Fumio Kishida der ruhigen Atmosphäre eines politischen Dialogs.

    „Aus meiner Sicht stehen Reisen hochrangiger russischer Beamter ebenso wie Aussagen über diese nördlichen Territorien im Widerspruch zu der Vereinbarung der beiden Staatschefs, wonach der politische Dialog in einer Atmosphäre der Stille verlaufen sollte", sagte der Minister am Freitag bei einer Pressekonferenz in Tokio.

    „Unser Land will die russisch-japanischen Beziehungen durch einen politischen Dialog über diese Beziehungen fördern, inklusive das Thema der nördlichen Territorien“, betonte er.

    Kishida merkte an, dass Japan der russischen Seite seine Besorgnis über einen möglichen Besuch von Ministerpräsident Dmitri Medwedew auf der Insel Iturup übermittelt habe. Er bekräftigte erneut, dass über seinen eigenen Besuch nach Moskau bisher noch nicht entschieden wurde. Der Minister versicherte jedoch, dass er während seiner Russland-Reise beabsichtige, die Frage der umstrittenen Inseln und den Abschluss eines Friedensabkommens anzusprechen.

    Die Kurilen sind eine etwa 1.200 Kilometer lange Ansammlung von mehr als 30 großen und kleinen Inseln. Sie liegen zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion, was völkerrechtlich festgehalten wurde. Japan hält die südlichen Kurilen-Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe.

    Aus diesem Grund gibt es zwischen Russland und Japan seit dem Zweiten Weltkrieg immer noch keinen Friedensvertrag. Stattdessen unterzeichneten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration, mit der der Kriegszustand beendet wurde. Darin erklärte sich die damalige Sowjetunion bereit, im Falle eines Friedensvertrages die Inseln Schikotan sowie die Habomai-Gruppe an Japan zu übertragen. Doch Japan fordert alle vier Inseln zurück und beruft sich dabei auf einen bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, in dem diese Inseln als japanische anerkannt worden waren.

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    Tags:
    Zweiter Weltkrieg, Dmitri Medwedew, Fumio Kishida, Russland, Habomai, Schikotan, Kunaschir, Iturup, Kurilen, Japan