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20:58 17 Oktober 2019
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    Flüchtlingslager in Traiskirchen

    Wien und Prag wünschen sich mehr Schutz für EU-Grenzen

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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Um gegen die illegale Zuwanderung zu kämpfen, muss die Europäische Union den Schutz ihrer Außengrenzen verstärken und nicht die inneren neuaufbauen, wie die Außenminister Österreichs und Tschechiens, Sebastian Kurz und Lubomir Zaoralek, am Freitag erklärt haben.

    Dies teilt die Prager Internet-Zeitung „Ceske noviny“ mit.

    „Die EU muss konsequenter beim Schutz ihrer Außengrenzen, insbesondere der griechischen Grenze, vorgehen, damit nicht wieder innere Barrieren geschaffen werden“, sagte Kurz.

    Sein tschechischer Amtskollege stimmte den Worten von Kurz darüber zu, dass die EU in ihrer Migrationspolitik auf den Schutz von Außengrenzen setzen soll. Nur auf diesem Wege könne die aktuelle Migrationskrise gelöst werden, glaubt der tschechische Chefdiplomat.

    Jedes EU-Grenzland solle die damit verbundenen Probleme lösen, was heute bei weitem nicht immer geschehe, unterstrich Zaoralek. Tschechien sei bereit, Ungarn und Mazedonien, die besonders von dem Flüchtlingsstrom belastet sind, die notwendige technische und materielle Hilfe zu erweisen.

    Außerdem, so der tschechische Außenminister,  sei es notwendig, das Zusammenwirken der EU-Länder bei der Abschiebung von festgehaltenen illegalen Einwanderern in die Länder, wo sie die Grenze der Union passiert haben, zu verbessern.

    Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz stimmte seinem tschechischen Amtskollegen zu und fügte hinzu, dass auch der Kampf gegen den Islamischen Staat zu intensivieren sei.

    In der Frage der Quoten für die Aufnahme von illegalen Flüchtlingen, die im Frühling von der EU-Kommission vorgeschlagen wurden, waren sich die beiden Minister jedoch nicht einig.  

    Österreich, das dieses Jahr ca. 70.000 Flüchtlinge erwartet, hatte den Quoten zugestimmt. Tschechien und eine Reihe weiterer Länder hatten diese Maßnahme beim EU-Gipfel blockiert. Prag erklärte sich jedoch bereit, in den nächsten zwei Jahren 1.500 Migranten aufzunehmen. „Flüchtlinge fragen nicht nach Quoten“, sagte Außenminister Zaoralek.

    An dem Außenminister-Treffen der Nachbarländer nahmen auch Vertreter von Grenzgebieten teil, die ebenso von den Problemen betroffen sind, die durch den Zustrom illegaler Migranten nach Europa entstehen.

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    Tags:
    Migranten, Terrormiliz Daesh, EU, Sebastian Kurz, Tschechien, Österreich