03:35 21 Juli 2018
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    Obama sichert Poroschenko Unterstützung zu

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    US-Präsident Barack Obama hat der Ukraine zu 24 Jahren Unabhängigkeit gratuliert und in einem Schreiben an Staatschef Petro Poroschenko weitere Unterstützung zugesichert.

    „Unsere beiden Nationen arbeiten zusammen, um das Recht des ukrainischen Volkes auf freie Wahl seines Weges zu unterstützen und zu verteidigen“, zitierte Poroschenkos Presseamt aus Obamas Schreiben. Demnach lobte der US-Staatschef Poroschenkos „entscheidende Reformen trotz der russischen Aggression im Osten und der Besatzung der Krim“. „Die Vereinigten Staaten werden auch weiterhin die Ukraine unterstützen.“

    Die Ukraine wird am morgigen Montag 24 Jahre ihrer Unabhängigkeit feuern. Am 24. August 1991 hat der Oberste Sowjet der damaligen Ukrainischen Sowjetrepublik eine Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Obwohl die Ukraine danach noch vier Monate lang Teil der Sowjetunion war, gilt der 24. August als Tag der Entstehung der neuen Ukraine.

    Im Osten der Ukraine dauert seit mehr als einem Jahr ein militärischer Konflikt an. Die Regierung hat im April 2014 Truppen gegen die östlichen Bergbaugebiete Donezk und Lugansk geschickt, weil diese den nationalistischen Umsturz in Kiew vom Februar nicht anerkannt und zuerst mehr Selbständigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

    Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und den örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben mehr als 6.500 Zivilisten ums Leben gekommen. Seit Februar gilt im Kampfgebiet eine Waffenruhe. Dennoch kommt es immer wieder zu Schusswechseln. Die USA liefern nach eigenen Angaben keine Waffen an die ukrainische Armee und unterstützen deren Einsatz im Osten mit nicht tödlichen Rüstungen.

    Seit Beginn der ukrainischen Militäroperation  haben die Regierung in Kiew, aber auch westliche Politiker Russland mehrmals vorgeworfen, die bewaffneten Regimegegner im Donezbecken zu unterstützen, und wiederholt einen angeblichen russischen „Einmarsch“ in die Ukraine gemeldet. Beweise dafür wurden nie vorgelegt. Russland weist jede Verwicklung in den Konflikt im Osten der Ukraine zurück.

    Nach dem Umsturz in Kiew stimmte die von Russischstämmigen dominierte Krim in einem Referendum für eine Abspaltung von der Ukraine und eine Wiedervereinigung mit Russland. Im April trat die Schwarzmeer-Halbinsel wieder Russland bei. Die Führung in Kiew betrachtet die Halbinsel weiter als ukrainisches Gebiet und droht immer wieder, sie „zurückzuholen“.

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    Tags:
    Waffenruhe, Petro Poroschenko, Barack Obama, USA, Lugansk, Donezk, Ukraine, Krim