06:52 17 November 2019
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow

    Russland und China mahnen: „Opfer und Henker nicht gleichsetzen“

    © AFP 2019 / Kirill Kudryavtsev
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi haben davor gewarnt, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges zu verzerren. Sie plädieren für eine multipolare Welt und verurteilen diejenigen, die eine „globale Dominanz um jeden Preis“ anstreben.

    Die „Rossijskaja Gaseta“ veröffentlichte am Montag die Gastbeiträge der beiden Chefdiplomaten. Lawrow schreibt im Hinblick auf den 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges: „Für Russland und China ist dieses Jubiläum von besonderer Bedeutung: Unsere Länder waren Verbündete im Kampf gegen den Nazismus und den japanischen Militarismus. Sie setzten sich dem Hauptschlag der beiden Aggressoren entgegen und erlitten dabei die schwersten Verluste.“

    „Derzeit beobachten wir ein unverhohlenes Streben danach, die Kriegsgeschichte zu verfälschen, Opfer und Henker gleichzusetzen. Dies beleidigt unsere Völker und untergräbt die Grundlagen der in der UN-Charta verankerten gegenwärtigen Weltordnung. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass unsere Staaten in der Absicht einig sind, die historische Wahrheit und die Früchte des damaligen Sieges zu verteidigen. Die Teilnahme des chinesischen Staatschefs Xi Jinping an der Siegesfeier in Moskau ist in diesem Zusammenhang kaum zu überschätzen“, so Lawrow.

    Er mahnte, man müsse aus der Vergangenheit lernen, um Fehler in der Zukunft zu vermeiden: „Das Schicksal der Welt darf nicht von einem einzigen Staat oder von einer kleinen Gruppe von Ländern bestimmt werden. Die Bombenangriffe auf Jugoslawien, die Besatzung des Irak, das Chaos in Libyen, der Bruderkrieg in der Ukraine geben Aufschluss über die tragischen Folgen des Verzichts auf diese Binsenwahrheit sowie des Strebens danach, eine globale Dominanz um jeden Preis zu erlangen und zu behalten, indem man anderen Staaten seine Meinung, seinen Willen und seine Werte aufzwingen will.“

    Die Zusammenarbeit Moskaus und Pekings sei dagegen ein wichtiger Beitrag zur internationalen und regionalen Stabilität. „Russland und China haben ähnliche oder gleiche Ansätze zu den wichtigsten Problemen der Gegenwart und setzen sich konsequent für den Aufbau einer neuen polyzentrischen Welt auf Basis des Völkerrechts ein“, betonte Sergej Lawrow.

    Сhinesischen Präsidenten Xi Jinping nach Moskau angekommen
    Sputnik Host Foto Agency/Pavel Lisitsyn

    Wang Yi äußerte sich ähnlich: „Seit dem Zweiten Weltkrieg haben sich beispiellose Veränderungen und Umgestaltungen in der Welt vollzogen. Zwar wurden Frieden und Entwicklung zum Leitmotiv der Epoche, doch  es ist bei weitem nicht alles ruhig auf dem Erdball. Manche Kräfte verstoßen gegen das Gebot der Zeit, indem sie versuchen, die Geschichte der Aggression umzuschreiben. Weder das chinesische Volk noch die Völker der ganzen Welt werden darauf eingehen.“ 

    „Als Siegesmächte im Zweiten Weltkrieg, Mitbegründer der Vereinten Nationen und UN-Vetomächte sind China und Russland wichtige konstruktive Kräfte, die zum Aufbau einer multipolaren Welt beitragen (…) Wir werden an der globalen Verwaltung aktiver teilnehmen, und zwar durch die Unterstützung einer stärkeren Rolle der multilateralen Gremien wie die UNO, die Großen Zwanzig, die Shanghaier Organisation für  Zusammenarbeit und die BRICS-Gruppe, um die multilaterale Kooperation zu fördern“, schrieb Wang.

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    70. Jahrestag des Sieges, Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, BRICS, Sergej Lawrow, Xi Jinping, Russland, China, Jugoslawien