19:44 10 Dezember 2019
SNA Radio
    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko

    Donezk: Poroschenko treibt ein Doppelspiel

    © AFP 2019 / Sergei Supinsky
    Politik
    Zum Kurzlink
    Lage im Donbass (284)
    2413104
    Abonnieren

    Mit seinen Worten über das „alternativlose“ Minsker Friedensabkommen treibt der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ein Doppelspiel, um in Berlin unter dem Deckmantel eines „Friedenspolitikers“ zu erscheinen, wie Denis Puschilin, der Chefunterhändler der selbsterklärten Volksrepublik Donezk am Montag sagte.

    Poroschenko hatte am Montag während der Feiern zum 24. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine beteuert, dass das Minsker Friedensabkommen „alternativlos“ sei. Ein Tag zuvor erwähnte er hingegen, dass das Abkommen der ukrainischen Regierung Zeit gegeben habe, um die ukrainische Armee nachzurüsten.

    „Poroschenko hat während seiner heutigen Rede erklärt, dass Kiew auf eine Deeskalation im Donbass aus sei. Diese Aussage war zu erwarten, denn er ist heute nach Berlin, zu den Staatsführern Frankreichs und Deutschlands, herbestellt worden“, zitiert die Donezker Nachrichtenagentur Denis Puschilin.

    Laut Puschilin ist es deshalb für den ukrainischen Präsidenten wichtig, vor den Augen der europäischen Gemeinschaft als ein „Friedenspolitiker“ zu erscheinen. „In Wirklichkeit führt Poroschenko jedoch ein doppeltes Spiel“, fügte er hinzu.

    Bei einem anderen Treffen mit ukrainischen Radikalen werde das Staatsoberhaupt diametral entgegengesetzte Ansichten zum Ausdruck bringen, betont der Donezker Politiker.  Das Gewicht seiner Worte über die Deeskalation des militärischen Konfliktes könnte somit am besten „mit der Zahl der fallenden Granaten, die Menschen obdachlos werden und Kinder sterben lassen“ bewertet werden.

    Parade der Sicherheitskräfte in Kiew
    © REUTERS / Valentyn Ogirenko

    Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in das Donezbecken (Donbass) geschickt, um dort die Proteste gegen den nationalistisch geprägten Umsturz in Kiew zu unterdrücken. Seit dem Beginn des Konfliktes sind laut UN-Angaben bereits fast 7.000 Menschen ums Leben gekommen.

    Am 12. Februar einigten sich die Konfliktgegner bei Gesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk unter Vermittlung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten François Hollande und des russischen Staatchefs Wladimir Putin auf eine Waffenruhe, Waffenabzug und weitere Schritte zur Beendigung des Konfliktes (sog. Minsk-II-Abkommen). Das war bereits der zweite Versuch, den seit April 2014 andauernden Krieg zu beenden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Lage im Donbass (284)

    Zum Thema:

    Poroschenko: Minsker Abkommen verschafften uns Zeit für Nachrüstung
    Donezk: Merkel und Hollande müssen Kiew zum Friedensdialog bewegen
    Donezk: Kiew bereit für Offensive
    Poroschenko vergleicht Neurussland mit Tolkiens Mordor
    Tags:
    Deeskalation, Krieg, Minsker Abkommen, Petro Poroschenko, François Hollande, Angela Merkel, Denis Puschilin, Donezk, Ukraine, Donbass, Berlin