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16:31 22 September 2019
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    Ukrainischer Soldat

    Donezk: Geringste Provokation kann Großkrieg entfachen

    © AP Photo / Max Black
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    Jede kleinste Provokation an der Berührungslinie kann zu umfassenden Kampfhandlungen führen, da Kiew „Unmengen“ von Waffen und unprofessionellem Militär an der Berührungslinie zusammengezogen hat, wie der Volksrats-Vorsitzende der selbsterklärten Volksrepublik Donezk, Andrej Purgin, gegenüber RIA Novosti äußerte.

    „Da zur Berührungslinie Unmengen von Technik und Menschen zusammengezogen werden, die keine professionellen Soldaten sind und mit Gewalt einberufen wurden, kann jede beliebige Provokation zu umfassenden Kampfhandlungen führen“, sagte Purgin.

    Er habe Zweifel, dass Poroschenko direkt den Befehl zum Angriff gibt, dies könnte seiner Meinung nach  auch ohne den Willen des Präsidenten geschehen.

    „Wenn man an einem Ort eine riesige Menge von Waffen und Menschen zusammenschleppt, ist es sehr schwer vorzustellen, dass da keine Schießerei beginnt“, beteuerte er.

    Parade der Sicherheitskräfte in Kiew
    © REUTERS / Valentyn Ogirenko

    Am Montag hatte Kiew dem Donezker Vizestabschef Eduard Bassurin zufolge die Verlegung von Kriegsgerät und Truppen an die Berührungslinie in Donbass fortgesetzt: Süd-östlich von Artjomowsk seien acht Uragan- und zwei Smertsch-Mehrfachraketenwerfer aufgestellt worden; südlich von Selidowo wären 15 Panzer und in Richtung Netajlowo eine Kolonne aus zehn Militärfahrzeugen gesichtet worden. Darüber hinaus ist laut Bassurin ein Bataillon der ukrainischen Nationalgarde in dem Dorf Dmitrowka angekommen. 

    Vor einer Woche hatte die Donezker Bürgerwehr unter Verweis auf eigene Aufklärungsangaben mitgeteilt, dass die ukrainische Armee neue Feuerstellungen für Haubitzen einrichte. Am Donnerstag berichtete die Lugansker Volkswehr dass die ukrainischen Truppen mit dem Bau von Pontonbrücken über den Sewerny Donez beginnen würden. Laut der Volkswehr könnte das von der Vorbereitung einer Offensive zeugen.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko
    © AFP 2019 / Sergei Supinsky

    Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in das Donezbecken (Donbass) geschickt, um dort die Proteste gegen den nationalistisch geprägten Umsturz in Kiew zu unterdrücken. Seit dem Beginn des Konfliktes sind laut UN-Angaben bereits fast 7.000 Menschen ums Leben gekommen.

    Am 12. Februar einigten sich die Konfliktgegner bei Gesprächen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk unter Vermittlung der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten François Hollande und des russischen Staatchefs Wladimir Putin auf eine Waffenruhe, Waffenabzug und weitere Schritte zur Beendigung des Konfliktes (sog. Minsk-II-Abkommen). Das war bereits der zweite Versuch, den seit April 2014 andauernden Krieg zu beenden.

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    Tags:
    Ukrainische Armee, Minsker Abkommen, Donezker Volksrepublik, Petro Poroschenko, Andrej Purgin, Eduard Bassurin, Donezk, Ukraine, Donbass