11:58 31 März 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    In Deutschland sind Tausende Flüchtlinge aus Ungarn und Österreich eingetroffen, zahlreiche weitere werden noch erwartet. Bayerns Innenminister Herrmann hat dabei angekündigt, niemanden nach Ungarn zurückschicken zu wollen. Die Regierung in Wien übt dagegen scharfe Kritik an Budapest.

    In den vergangenen 30 Stunden sind zwischen 2.000 und 2.200 Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland gekommen, wie n-tv unter Berufung auf einen Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam unter Verweis auf eine erste Schätzung berichtet.

    Mehrere weitere Züge mit Migranten befinden sich derzeit auf dem Weg nach Deutschland. Nach Angaben der österreichischen Behörden kamen zu Wochenbeginn bereits 3.650 Flüchtlinge per Zug aus Ungarn nach Wien. Ein Großteil davon habe sich einem Sprecher der Wiener Polizei zufolge auf die Weiterreise nach Deutschland begeben.

    In Tschechien griffen die Behörden in der Nacht zu Dienstag mehr als 200 Flüchtlinge auf, die in Zügen aus Ungarn und Österreich nach Bayern zu gelangen beabsichtigten. Unter ihnen seien 61 Kinder gewesen, so eine Polizeisprecherin. Alle Flüchtlinge seien vorübergehend in Turnhallen der Städte Hodonin und Breclav untergekommen, bevor sie in Erstaufnahmelager gebracht werden können.

    Am Dienstagmorgen sind nach dpa-Angaben bis zu 2.000 weitere Flüchtlinge vom Salzburger Hauptbahnhof aus nach Deutschland weitergereist. Zuvor hatten die ungarischen Behörden diesen mehrheitlich syrischen Flüchtlingen, die seit Tagen am Hauptbahnhof im Osten Budapests in provisorischen Lagern auf die Weiterfahrt warteten, erlaubt, unkontrolliert in Züge nach Österreich und Deutschland zu steigen.

    Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann kündigte dabei an die Migranten entgegen den EU-Regeln nicht nach Ungarn zurückzuschicken. Sie würden in Bayern registriert und in Aufnahmeeinrichtungen gebracht, sagte Herrmann im ZDF. Er wisse bisher jedoch nicht, warum Ungarn plötzlich den in Budapest wartenden Flüchtlingen die freie Weiterfahrt nach Deutschland erlaubt habe. Er sei zusammen mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière bemüht, sich so schnell wie möglich bei Ungarn zu erkundigen, wie es in den nächsten Tagen weitergehen solle.

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    Die Reaktion seitens der Regierung in Wien war dagegen weniger zurückhaltend. "Dass die in Budapest einfach einsteigen (…), und man schaut, dass die zum Nachbarn fahren — das ist doch keine Politik", wird Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann von n-tv zitiert. Ihm zufolge müsse Ungarns Regierungschef Viktor Orban dafür sorgen, dass in seinem Land Gesetze eingehalten würden und es Kontrollen gebe.

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    Tags:
    Migranten, ZDF, Joachim Herrmann, Thomas de Maizière, Viktor Orban, Deutschland, Ungarn, Österreich