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10:09 22 September 2019
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    Schiff der Mistral-Klasse

    Ägypten kauft angeblich französische Mistral und russische Hubschrauber dazu

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    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)
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    Nach der geplatzten Lieferung von zwei französischen Mistral-Schiffen an Russland will nun Ägypten einem Zeitungsbericht zufolge eines davon kaufen. Dabei soll Russland angeblich die Hubschrauber dafür liefern. Manche Experten sehen jedoch schwarz für den möglichen Deal.

    Die Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“ berichtete in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf russische Rüstungs- und Finanzkreise, Ägypten wolle demnächst eines der beiden Mistral-Schiffe kaufen. Der Deal komme voraussichtlich unter Mitwirkung Russlands zustande. Die Regierung in Kairo solle sogar einen russischen Kredit erhalten, um schiffsgestützte Ka-52-Hubschrauber für den Hubschrauberträger in Russland zu kaufen. Das sei aber noch nicht alles. Zunächst müsse Ägypten, so eine Bedingung des geplanten Vertrags, Ka-52-Maschinen in landgestützter Modifikation für seine Streitkräfte erwerben.

    „Falls der Deal wirklich stattfindet, wird er Russland zweifelsohne Vorteile bringen. Die Hubschrauber sollen ja in russischen Rüstungsbetrieben gebaut werden, die Steuern kommen dann in den russischen Haushalt“, kommentiert die Zeitung.

    Weiter heißt es in der Meldung: „Was das zweite Mistral-Schiff betrifft, hat Russland nach unseren Informationen mit diesem Deal nichts zu tun: Die Franzosen haben ihn selbständig ausgehandelt. Der Hubschrauberträger geht wahrscheinlich an die Vereinigten Arabischen Emirate. Zwar wäre diese Wendung etwas ungewöhnlich – zumal die beiden Schiffe speziell für Russland ausgerüstet wurden, wobei arktische Einsätze in Frage kämen. Doch angesichts der winkenden finanziellen Gewinne für Russland ist die Ironie nebensächlich.“

    Die Tageszeitung „Iswestija“ zitierte unterdessen einen nicht namentlich genannten russischen Regierungsbeamten mit den Worten, Frankreich brauche nun unbedingt Russlands Zustimmung, um diese beiden Mistral-Schiffe an jemanden anderes zu verkaufen.

    Wladimir Dschabarow, Vizechef des auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat, (russisches Oberhaus), sagte dem Blatt: „Russland hat nichts verloren (…) Die Franzosen haben dagegen ihren eigenen Ruf als Waffenexporteur lädiert. Manche Länder haben schon darauf verzichtet, Waffendeals mit ihnen zu schließen. Das war also ein politischer Fehler Frankreichs.“

    Der Politik-Experte Alexander Konowalow, Professor an der Moskauer Diplomaten-Uni MGIMO, hat seine Zweifel daran, dass Ägypten einen der beiden Hubschrauberträger wirklich bräuchte. Er kommentierte für „Iswestija“: „Es wird Frankreich schwer fallen, diese Mistral-Schiffe zu verkaufen (…) Sie sind auf russische Waffen und russische Ideen zugeschnitten. Ich denke nicht, dass die Ägypter daran interessiert wären. Ohne Umrüstung lässt sich ein solches Schiff kaum verkaufen und einsetzen.“

    Russland hatte im Jahr 2011 die beiden Hubschrauberträger in Frankreich bestellt. Der erste davon hätte im Herbst 2014 geliefert werden sollen, die Regierung in Paris ließ den 1,2 Milliarden Euro schweren Deal jedoch platzen, und zwar wegen des russischen Vorgehens in Sachen Ukraine. Vor kurzem wurde bekanntgegeben, dass Russland sein gezahltes Geld zurückbekommen hat.

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    Mistral, Ka-52, MGIMO-Universität, Alexander Konowalow, Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Ukraine, Frankreich, Russland, Ägypten