13:27 25 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    99028
    Abonnieren

    Russlands Präsident Wladimir Putin hat im Vorfeld seines am Mittwoch beginnenden China-Besuchs zu den Feierlichkeiten anlässlich des 70. Jahrestags des Sieges im chinesischen Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression und des Endes des Zweiten Weltkriegs russischen und chinesischen Medien ein Interview gewährt.

    „Heute sehen wir sowohl in Europa als auch in Asien Versuche, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges zu fälschen sowie grundlose und verfälschte Auslegungen der Ereignisse, besonders in den Vor- und Nachkriegszeiten, durchzusetzen“, wie Putin der chinesischen staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua sagte.

    Die Schritte einiger Länder zur Heroisierung und Rehabilitierung von Straftätern und ihren Komplizen missachteten die Beschlüsse der Tribunale von Nürnberg und Tokio. Dies sei nichts anderes als die Schändung des Gedenkens an Millionen Tote.

    Das Ziel dieser politischen Spekulationen sei absolut klar: sie für bedenkliche geopolitische Spiele zu nutzen und die Länder und Völker zu entzweien.

    „Die Positionen Russlands und Chinas zu den Ursachen, zur Geschichte und zu den Ergebnissen des Zweiten Weltkrieges stehen im Einklang miteinander“, teilte Putin mit.

    „Sowohl das Andenken an den Krieg als auch seine Lehren sind für die Völker Russlands und Chinas wichtig. Diese tragische Vergangenheit appelliert an unsere gemeinsame Verantwortung für das Schicksal der Welt, und an die Erkenntnis, zu welchen furchtbaren Folgen die zerstörende Ideologie der eigenen Exklusivität und der übermäßigen Freizügigkeit führen kann. Gerade diese Idee hat als Nährboden für Nazismus und Militarismus gedient. Wir müssen ihre Wiederbelebung und Verbreitung verhindern“, so Putin.

    Unterdessen finden die Zivilisations- und Religionswidersprüche keine dauerhafte Lösung. So sei die Weltwirtschaft nicht in eine Phase der dauerhaften Entwicklung eingetreten.

    Als systematische Probleme bezeichnete der Staatschef das hartnäckige Bestreben einiger Staaten, um jeden Preis ihre Vorherrschaft in den internationalen Angelegenheiten beizubehalten.

    Während sie innerhalb ihrer Länder die Normen von Demokratie, Rechtsdominanz und Menschenrechten deklarieren, ignorieren sie diese auf dem internationalen Schauplatz, womit sie das in der UN-Satzung verankerte Prinzip der Gleichheit der Staaten verletzen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Putin gegen Neuschreibung der Geschichte
    Geschichte des Weltkrieges für Blick in Zukunft wichtig – österreichischer Historiker
    Ukraine: Nationalisten von UNA-UNSO als Kollaborateure im Zweiten Weltkrieg anerkannt
    Putin fordert Wahrheit über Zweiten Weltkrieg
    Tags:
    Zweiter Weltkrieg, Wladimir Putin, Russland, China, Japan