07:18 20 Januar 2020
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    Barack Obama hat Alaska besucht und schlägt vor, Eisbrecher schneller zu bauen. Die USA räumen ihren Rückstand gegenüber Russland bei der Erschließung der Arktis ein. Ihre Besorgnisse werden dadurch geschürt, dass Russland eine Erweiterung seines Kontinentalschelfs beansprucht.

    Wie die russische Tageszeitung „Nowyje Iswestija“ am Mittwoch schreibt, zielt der aktuelle Alaska-Besuch von Barack Obama offiziell darauf ab, den Kampf gegen den Klimawandel anzukurbeln, doch viel mehr Aufsehen erregen Obamas Thesen zur neuen Arktis-Politik der USA.

    Der für die nördliche Region zuständige Experte Walerij Schurawel vom russischen Europa-Institut sagte dem Blatt: „Nicht zufällig ist Obama der erste US-Präsident, der Alaska besucht hat. Amerika legt inzwischen mehr Wert auf die Arktis.“

    Die US-Regierung will nach eigenen Angaben rund 15 Milliarden Dollar in die Erschließung der Region investieren. Das Weiße Haus stellte in einer Mitteilung fest, dass Amerika seinem Hauptkonkurrenten Russland in Sachen Eisbrecher deutlich unterlegen sei.

    Walerij Schurawel bestätigt: „Die US-amerikanische Eisbrecher-Flotte ist tatsächlich viel kleiner – im Vergleich nicht nur zu Russland, sondern auch zu vielen anderen nördlichen Ländern. Die Amerikaner haben das inzwischen begriffen und versuchen nun, den Rückstand aufzuholen.“

    Während des Zweiten Weltkrieges hatten der US-Küstenwache sieben schwere Eisbrecher zur Verfügung gestanden. Seitdem wurde die Eisbrecher-Flotte nicht erneuert, denn solche Schiffe sind sehr teuer: Jedes davon kostet derzeit mindestens eine Milliarde US-Dollar, wie das Blatt weiter schreibt. Die US-Küstenwache hat im Moment nur zwei einsatzbereite Schiffe dieser Klasse. Russland besitzt dagegen 41 Eisbrecher und will elf weitere bauen.

    Dan Sullivan, US-Senator von Alaska, hatte unlängst in einem FoxNews-Interview gesagt: „Russland erhöht derzeit seine Militärpräsenz in der Region deutlich, während wir unsere Streitkräfte im einzigen arktischen US-Bundesstaat schwächen. Die Russen spielen in der Arktis Schach – und unsere Regierung hält dies nach wie vor für ein Kreuz-Kreis-Spiel.“

    Vor diesem Hintergrund schlug Obama dem Kongress vor, den Bau eines neuen Eisbrechers zu beschleunigen. Dieser soll nun nicht im Jahr 2022, wie ursprünglich geplant, in Betrieb gehen, sondern zwei Jahre früher.

    Die amerikanischen Besorgnisse schürt der im August von Moskau gestellte Antrag auf die Erweiterung des russischen Kontinentalschelfs. Falls das zuständige UN-Gremium diesem Antrag stattgibt, bekommt Russland zusätzlich Zugriff auf eine Fläche von rund 1,25 Millionen Quadratkilometer im Nordpolarmeer. Nach Angaben der Geologen machen die arktischen Lagerstätten rund ein Viertel aller Kohlenwasserstoff-Vorräte weltweit aus. Die Region wird nicht nur von den arktischen Ländern ins Visier genommen, sondern auch etwa von China, das mittlerweile seinen zweiten Eisbrecher baut.  

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    Barack Obama, Dan Sullivan, Walerij Schurawel, USA, Russland, China, Arktis