03:23 05 Dezember 2020
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    Die französischen Mistral-Schiffe, die für Russland gebaut wurden, werden an eine dritte Seite nur zusammen mit russischen schiffsgestützten Ka-52-Hubschraubern verkauft, wie die Zeitung „Kommersant“ unter Bezug auf das Verteidigungsministerium in Moskau schreibt. Sonst werde Russland auf sein Vetorecht gegen einen möglichen Deal zurückgreifen.

    Unter den potenziellen Käufern für die Mistral-Schiffe werden Ägypten, Indien, Brasilien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam, Malaysia, sowie einige weitere Länder genannt. Russland hat keine prinzipiellen Einwände gegen den Verkauf der Hubschrauberträger an jegliche der genannten Länder. Dabei beabsichtigt Moskau jedoch, wie die Zeitung unter Berufung auf eigene Quellen im russischen Verteidigungsministerium berichtet, den Deal an die Lieferung der speziell für diese Schiffe gebauten Hubschrauber zu binden.

    Diese Absicht bestätigte kürzlich auch der Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Meinem Wissen nach wurde eine dritte Seite nirgendwo erwähnt, deshalb gibt es auch kein Thema für Gespräche. Wir gehen jedoch davon aus, wie wir bereits betont haben, dass die Interessen Russlands berücksichtigt werden“, sagte Peskow gegenüber RIA Novosti.

    Russland hat ein partnerschaftliches Verhältnis im militärtechnischen Bereich zu den meisten der potenziellen Käufer-Länder oder strebt an, solche zu entwickeln. Höchstwahrscheinlich werden die Mistral-Schiffe an Ägypten verkauft, vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Berichte über eine mögliche Zulieferung von russischen Ka-52-Hubschraubern an das Land.

    Die Präsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin und Francois Hollande, hatten sich am 5. August darauf geeinigt, den Vertrag über den Bau und die Auslieferung der Schiffe vom Typ Mistral aufzukündigen. Frankreich hat das vorausgezahlte Geld bereits an Russland zurückerstattet.

    Die von Paris zurückgezahlte Geldsumme wurde zunächst nicht genannt. Nach den Worten des französischen Verteidigungsministers Jean-Yves Le Drian liegt dieser Betrag unter den 1,2 Milliarden Euro, die Frankreich als Vorschuss erhalten hatte. Doch Experten sprechen von fast zwei Milliarden Euro als Erstattung für den geplatzten Deal.

    Der Mistral-Vertrag war 2011 geschlossen worden. Das erste Schiff – die „Wladiwostok“ – sollte im November 2014 ausgeliefert werden. Paris legte den Deal aber wegen des Ukraine-Konfliktes auf Eis. Viele Experten und Politiker äußerten die Meinung, dass diese Entscheidung unter Druck Washingtons getroffen wurde.

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    Tags:
    Ka-52, Hubschrauber, Mistral, Verteidigungsministerium Russlands, Kommersant, Dmitri Peskow, Frankreich, Russland, Ägypten