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    Marieluise Beck

    Grünen-Abgeordnete Beck diffamiert LINKE auf Facebook

    © Flickr/ Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
    Politik
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    Marcel Joppa
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    Aktuell sorgt ein Kommentar der Grünen-Abgeordneten Marieluise Beck auf Facebook für kontroverse Diskussionen. Am 29. August veröffentlichte die Grünen-Sprecherin für Osteuropapolitik auf ihrer Facebook-Seite ein Foto von rechten Demonstranten im sächsischen Heidenau - und brachte dies mit Abgeordneten der Linkspartei in Zusammenhang.

    Auf dem von Marieluise Beck geposteten Foto sind mehrere Dutzend rechte Demonstranten zu sehen. In vorderster Reihe halten einige Mitmarschierende zwei Flaggen hoch: eine Deutschland-Fahne und die Flagge der Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine. Das Bild stammt aus einem Beitrag des ZDF über die Krawalle gegen ein Flüchtlingsheim in Heidenau.

    Siehe vorn links im Bild die antifaschistische Unterstützung von Wolfgang Gehrcke MdB und Andrej Hunko MdB, DIE LINKE, beim rechten Aufmarsch in Heidenau.

    Posted by Marieluise Beck on 29 августа 2015 г.

    Als Kommentar zu diesem Foto schrieb Marieluise Beck — Zitat: "Siehe vorne links im Bild die antifaschistische Unterstützung von Wolfgang Gehrcke MdB und Andrej Hunko MdB, DIE LINKE, beim rechten Aufmarsch in Heidenau".

    Auf dem Bild sind die beiden genannten Abgeordneten jedoch nicht zusehen, sie waren noch nicht einmal in der Nähe. Der Zusammenhang ist an den Haaren herbeigezogen, meint als Reaktion auch der Linken-Abgeordnete Gehrcke selbst:

    "Diese Frau ist so unmöglich, dass ihre Partei im Bundestag sich dieser Kollegin schämt. Das ist doch kein Argument, dass eine Bundestagsabgeordnete so einen Unsinn verbreiten darf. Andrej Hunko und ich haben sozial in der Ukraine geholfen. Wir haben humanitär geholfen. Wir haben einen humanitären Aktionismus an den Tag gelegt, das kann man uns vielleicht vorwerfen. Aber das mit rechten Parolen zu verbinden, ist unsäglich. Und Frau Beck weiß das. Ehrlich gesagt ist mir das auch zu doof, so dass ich keine Lust habe, mit ihr darüber zu streiten."

    In Wahrheit haben die Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke und Andej Hunko Anfang des Jahres Spendengelder von knapp 90.000 Euro in Deutschland gesammelt. Das Geld kam zu 100 Prozent ukrainischen Kindern im Osten des Krisen-Landes zu Gute. Es wurden Medikamente und Hilfsgüter angeschafft und von den Abgeordneten teils sogar persönlich überbracht. Von einer Hilfe faschistischer Kräfte, weder in der Ukraine, noch in Deutschland, kann also keine Rede sein.

    Dennoch scheint es eine skurrile Mode rechter Demonstranten in Deutschland geworden zu sein, bei Aufmärschen Ost-Ukrainische Fahnen zu schwenken. Für den Linken-Abgeordneten Gehrcke ein Unding:

    "Da mischen sich seltsame Vorstellungen. Also erst einmal bin ich immer dafür, sehr genau hinzugucken, wenn von den so genannten "Rechten" gesprochen wird, was für Leute das sind. Und anscheinend erhofft man sich von einer Republik Donezk das alte Kosakentum zurück, man hat hier Traumvorstellungen von einer nationalen Würde. Alles Dinge, die sich eigentlich nicht in meinem Kopf abspielen. Das kann man kritisieren, man kann sich damit auseinandersetzen, aber diese Art und Weise ist einfach ungebührlich." 

    Und so bleibt als Fazit festzustellen: auf sozialen Netzwerken kann jeder seine Meinung verbreiten, der ansatzweise einen Computer bedienen darf. Das befähigt einen aber noch lange nicht, zu einer objektiven Meinungsbildung beizutragen. Die Grünen-Abgeordnete Marieluise Beck war für eine Stellungnahme übrigens nicht zu erreichen. Mit ihrem Foto-Kommentar auf Facebook scheint sie sich jedenfalls nur selbst diskreditiert zu haben.

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    Tags:
    Bündnis 90/Die Grünen, Die LINKE-Partei, Marieluise Beck, Andrej Hunko, Wolfgang Gehrcke, Deutschland, Ukraine
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