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    Niinistö: Migrationskrise und Konflikt in Syrien nur mit Hilfe Russlands zu lösen

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    Der finnische Präsident Sauli Niinistö sieht die Beilegung der Migrationskrise in Europa vor allem in der Beendung des Krieges in Syrien. Er hoffe dabei auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau.

    „Die Lösung des Problems besteht nicht in der Aufnahme von Flüchtlingen, sondern auf einer ganz anderen Ebene“, sagte Niinistö im Interview mit „Nykypäivä ja Verkkouutiset“.

    Am selben Tag zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin in Wladiwostok ebenfalls angedeutet, dass die Flüchtlingskrise in Europa wegen der fehlerhaften europäischen Außenpolitik zu erwarten gewesen war. „Wir in Russland, und insbesondere Ihr untertänigster Diener, sagten mehrmals, dass es zu großen und umfassenden Problemen kommen wird, wenn unsere so genannten westlichen Partner weiter diese fehlerhafte Außenpolitik in den Nahost-Regionen und in Nordafrika betreiben, was sie praktisch bis heute noch tun“, so Putin.

    Der finnische Staatschef erinnerte daran, dass die Position Russlands zu der Krisensituation in Syrien und zu deren Beilegung sich von vornherein von der westlichen unterschieden habe. Niinistö zufolge hatte noch der ehemalige finnische Präsident Martti Ahtisaari erklärt, dass der Westen bereits am Anfang der Krise aufmerksamer den Ansichten Moskaus hätte folgen sollen.

    Aus Ahtisaaris Sicht sei Russland schon 2012 bereit gewesen, mit dem Westen zu kooperieren. „Briten und Amerikaner waren jedoch nur daran interessiert, al-Assad zu beseitigen“, zitierte Niinistö den Ex-Präsidenten Finnlands.

    Heute sollten sich die USA und Russland zusammentun, so Niinistö, um eine gemeinsame Taktik im Kampf gegen den IS zu erarbeiten.

    Seit März 2011 dauert in Syrien ein bewaffneter Konflikt an, der nach UN-Angaben bisher mehr als 200.000 Menschenleben gefordert hat. Den Regierungstruppen stehen islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören.

    Die bedeutendsten dieser Gruppierungen sind die Terrororganisation Islamischer Staat, die am 29. Juni 2014 ein „islamisches Kalifat“ in den von ihr kontrollierten Territorien ausgerufen hatte, und die Rebellengruppe Dschabhat al-Nusra.

    Eine einheitliche Front gegen den IS gibt es bislang nicht. Gegen die Gruppierung kämpfen die Regierungstruppen Syriens und des Irak, aber auch Kurden sowie libanesische und irakische Schiiten. Die von den USA angeführte internationale Koalition beschränkt sich nur auf Bombenangriffe.

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    Terrormiliz Daesh, Migrationspolitik, Kooperation, Migranten, Terrorismus, Wladimir Putin, Sauli Niinistö, USA, Russland, Europa, Syrien, Finnland