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00:59 23 September 2019
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    Mistral-Hubschrauberträger

    DEFENCE- Chefredakteur Labeviere kritisiert geplatzten Mistral-Deal mit Russland

    © REUTERS / Stephane Mahe
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    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)
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    Der Chefredakteur des französischen Fachmagazins DEFENCE, Labévière Richard, hat den geplatzten Mistral-Deal mit Russland kritisiert. In einem Interview der Agentur Sputniknews wies Richard darauf hin, dass das Mistral-Dossier äußerst kompliziert ist und zahlreiche Aspekte hat.

    „Schiffe mit hohen Laderampen kosten französische Steuerzahler Zigtausende, wenn nicht Hunderttausende Euro pro Monat. Das Dossier wurde für Präsident Francois Hollande unvermeidlich politisch, viele Staatseinrichtungen kommen dabei momentan kaum über die Runden. Das ist der erste Aspekt.

    Der zweite Aspekt ist ausschließlich politisch: Es ist nicht klar, warum die Übergabe der Schiffe an Russland trotz der unterzeichneten Verträge verhindert wird. Indessen hat Frankreich aber seine Waffenexporte nach Katar, Saudi-Arabien und in andere sogenannte ‚große Demokratien‘, also Länder mit doppelten Standards, erhöht“, fuhr Richard fort.

    „Um die Steuerzahler zu besänftigen, lassen die Exekutive, der Staatspräsident und das Außenministerium den Regierungschef Laurent Fabius Verhandlungen über die Lieferung der Schiffe an Ägypten bekannt machen, obwohl die Schiffsrümpfe extra für nördliche Gewässer ausgefertigt wurden. Es ist fraglich, ob Ägypten diese Schiffe im Mittelmeer oder im Roten Meer braucht, zumal es sich um Landungs- und Kommandoschiffe und Hubschrauberträger handelt. Auch strategische und operative Fragen erheben sich.“

    Richard zufolge werden die Steuerzahler besänftigt, indem man Zahlen anführt, die angeblich beweisen, dass die Republik keinen einzigen Cent beim Verkauf verlieren wird. Das sei natürlich übertrieben. Die wegen des Dossiers entstandenen Kosten würden rasant ansteigen und ließen sich momentan nicht berechnen. Die Ausgabe Canard Enchainé habe die Sache gründlich untersucht, die Übergabe der Technologien und die Ausbildung der Crews und weitere Aspekte aber außer Acht gelassen.

    „Der Deal ist für Frankreich doppelt so aufwendig: finanziell sowie diplomatisch und politisch. Er beweist, dass Frankreich die Prinzipien befolgt, die eher in Washington als in Paris bestimmt werden. Die Souveränität Frankreichs erleidet einen schweren Schlag, weil sie sich aus politischen Motiven auflöst. Die größten Verlierer sind die Politik und die Diplomatie, weil Entscheidungen von den NATO-Partnern, wenn nicht allein von den USA getroffen werden. Dabei ermöglicht die jetzige Lösung, die Hubschrauberträger an Polen zu verkaufen“, betonte der Chefredakteur.

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    Tags:
    Mistral, NATO, Polen, Saudi-Arabien, USA, Russland