16:49 19 Juni 2019
SNA Radio
    Euro-Scheine

    Politiker: Wie teuer kommt geplatzter Mistral-Deal den Franzosen zu stehen?

    © Flickr/ Images Money
    Politik
    Zum Kurzlink
    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)
    302275

    Der Vorsitzende der Republikanischen Volksunion Frankreichs (UPR), François Asselineau, zweifelt an der offiziell bekannt gegeben Summe, die Paris Moskau für den geplatzten Mistral-Deal zahlt. Es sei nicht klar, wie teuer die Auflösung des Vertrages mit Russland den Franzosen zu stehen komme, sagte der Politiker in einem Interview mit Sputniknews.

    „Es ist nicht erstaunlich, dass der Betrag genau auf den Euro angegeben wird. Verblüffend ist, warum niemand fragt, was die Summe umfasst und ob sie endgültig ist. Es ist nicht klar, ob sie auch die monatelange Versorgung der Schiffe in Saint-Nazaire berücksichtigt oder ob weitere Millionen Dollar erforderlich sind. Wir wissen nicht, welche Kosten noch entstehen und was die Schiffe künftig erwartet. Die Rückerstattung an Russland ist nur ein Teil des Problems“, sagte der Parteichef.

    Er glaube, dass Russland den Verkauf der Schiffe an ein drittes Land verhindern könnte. Die Schiffe sollten dann so ausgestattet werden, dass sie nur Hubschrauber aus russischer Produktion wie die des Typs KA-52 oder „Krokodil“ tragen könnten.

    „Es wurde berichtet, dass Malaysia die Schiffe kaufen wird. Das Land dementierte diese Informationen. Genannt wurden auch Saudi Arabien und Ägypten. Aber momentan gibt es keine Käufer. Es ist unbekannt, wie lange noch die Schiffe in Frankreich bleiben, bis sie an ein drittes Land verkauft werden. Wenn sie hier weitere Monate oder Jahre versorgt werden, können wir riesengroße Summen verlieren, die die angeführten Beträge weit übertreffen“, kritisierte der Politiker.

    Erwogen werde auch eine Entsorgung der Schiffe, was auch kostspielig sei. Dazu kämen noch die Verluste, die nicht in Euro berechnet werden könnten. Er meine damit Vertrauen und Diplomatie. Frankreich habe sein Wort nicht gehalten, indem es sich dem Diktat aus Washington gefügt habe. Die Verantwortung dafür trage Präsident Hollande, sagte Asselineau.

    „Aus unserer Sicht sollte Frankreich die Schiffe an Russland übergeben. Wir müssen diplomatische Beziehungen mit dem Land unterhalten, das ein großer Freund Frankreichs sein soll. Wenn wir die Schiffe allein aus dem Grund nicht liefern, dass Washington das verboten hat, widerspricht das unserem Streben nach Unabhängigkeit und nationaler Souveränität“, betonte der UPR-Chef.

    Der 2011 zwischen Russland und Frankreich geschlossene Vertrag über den Bau von zwei Hubschrauberträgern der Mistral-Klasse hat einen Gesamtwert von 1,2 Milliarden Euro. Experten schließen nicht aus, dass die Summe der Entschädigung, die Paris an Moskau wird zahlen müssen, zwischen drei Milliarden und zehn Milliarden Euro betragen wird.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)

    Zum Thema:

    DEFENCE- Chefredakteur Labeviere kritisiert geplatzten Mistral-Deal mit Russland
    Arabische Emirate bekunden Interesse an einem der beiden Mistral-Schiffe
    Geplatzter Mistral-Deal: Paris zahlt knapp eine Milliarde Euro an Moskau
    Moskau: Verkauf von Mistral nur zusammen mit russischen Hubschraubern möglich
    Tags:
    Ka-52, Mistral, François Asselineau, Ägypten, Russland, Frankreich