03:58 06 Dezember 2019
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    Situation in Syrien

    Tschechiens Premier tritt für Einbeziehung Russlands in Lösung der Syrien-Krise ein

    © AFP 2019 / Yasin Akgul
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    Trotz der Sanktionen gegenüber Russland im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise muss man Moskau in die Beilegung der Syrien-Krise einbeziehen, wie Tschechiens Premierminister Bohuslav Sobotka in einem Interview für das Prager Internet-Portal Novinky sagte.

    Europa werde gegenwärtig mit den Folgen der  Flüchtlingstsunami konfrontiert.

    Laut Sobotka  haben einige Länder, die sich zurzeit aktiv mit dem Flüchtlingsproblem beschäftigen, „ein schlechtes Gewissen“ gegenüber Libyen und Syrien, weil sie ihrer Zeit alles für den Sturz von (Syriens Präsident Baschar) al-Assad getan haben“.

    „Im Ergebnis ist Assad an der Macht geblieben und die Hälfte des Landes hat die Terrormiliz 'Islamischer Staat' erobert. Mehrere Millionen Syrer sind obdachlos geworden. Die Außenpolitik einiger Länder hat dazu geführt, was gegenwärtig in der Nähe von Europa vor sich geht.“

    Laut dem tschechischen Premier hat Europa zurzeit ein lebendiges Interesse am Ende des Krieges in Syrien. "Sonst sind wir nicht in der Lage, den Flüchtlingszustrom (aus diesem Land- d. Red.) zu stoppen“, betonte er.

    Man solle keine Zeit für Diskussionen über Flüchtlingsquoten verlieren, man müsse die Anstrengungen auf die Stabilisierung der Lage im Nahen Osten und in Nordafrika konzentrieren.

    Die Zuwanderungskrise in Europa hat sich im letzten Jahr im Zusammenhang mit dem steigenden Einwanderungsstrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten sowie aus Zentral- und Südasien zugespitzt.

    Nach EU-Angaben sind zwischen Januar und Juli 2015 etwa 350.000 Flüchtlinge in der Europäischen Union eingetroffen, und ihre Zahl wächst von Tag zu Tag drastisch weiter.

    Bei Versuchen, Europa über das Mittelmeer zu erreichen, waren allein seit Januar mindestens 2.600 Flüchtlinge tödlich verunglückt. Sie werden öfters in überfüllten und untauglichen Booten befördert.

    Am Freitag hatte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres die EU-Staaten aufgerufen, mindestens 200.000 Flüchtlinge, die sich in Griechenland, Ungarn und Italien aufhalten, per Quoten zu verteilen.

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    Tags:
    Migranten, Terrormiliz Daesh, EU, Baschar al-Assad, Bohuslav Sobotka, Italien, Ungarn, Griechenland, Syrien, Libyen, Tschechien