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03:05 13 November 2019
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    Situation in Syrien

    Berichte über russische Soldaten in Syrien sorgen für Aufregung

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    Politik
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    Medienberichte über russische Soldaten in Syrien beunruhigen Washington. Moskau bestätigt zwar eine militärtechnische Unterstützung für Damaskus, dementiert aber unmittelbare Kampfeinsätze.

    Die „Nesawissimaja Gaseta“ zitiert am Montag den russischen Militärexperten Juri Netkatschew mit den Worten, Russland führe keine Kampfhandlungen in Syrien, es gebe dort aber russische Militärberater: „Diese Menschen bilden ihre syrischen Kollegen aus und sprechen dabei Russisch. Die meisten syrischen Militärs, vor allem Offiziere, können Russisch gut, denn viele von ihnen haben an unseren Hochschulen studiert. Es ist deshalb durchaus logisch, dass in syrischen Funkgesprächen auch Russisch zu hören sein kann.“

    Die britische „Times“ hatte kürzlich angebliche Aufzeichnungen russischsprachiger Funkgespräche aus Syrien veröffentlicht und behauptet, es gebe auch ein Video, das den Kampfeinsatz russischer Soldaten für die syrischen Regierungstruppen bestätige. Israelischen Medienberichten zufolge treffen russische Su-34- und Su-27-Kampfjets mit Piloten in Syrien ein – dies wurde jedoch vom Außenministerium in Moskau dementiert. 

    Die Regierung in Washington zeigt sich besorgt. US-Außenminister John Kerry telefonierte am Samstag mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. „Falls die Berichte über eine unumgängliche Aufstockung der russischen Militärpräsenz in Syrien zutreffend sind, könnten solche Aktivitäten eine weitere Eskalation des Konflikts verursachen“, sagte Kerry nach Angaben des US-Außenamtes.

    Lawrow hatte zuvor mitgeteilt, Russland wolle bei der am 15. September beginnenden UN-Vollversammlung einen Plan zur Syrien-Regelung vorstellen. Insbesondere gehe es darum, eine internationale Koalition gegen die in Syrien agierende Dschihadisten-Gruppe „Islamischer Staat“ (IS) durch einen UN-Beschluss zu legitimieren. Präsident Wladimir Putin bestätigte bei dem jüngsten Wirtschaftsforum in Wladiwostok: „Wir wollen tatsächlich eine internationale Koalition zum Kampf gegen Terrorismus und Extremismus gründen.“

    In diesem Zusammenhang wurde Putin von Journalisten gefragt, ob russische Soldaten gegen den IS unmittelbar kämpfen sollen. Er antwortete: „Wir leisten ohnehin eine ziemlich ernsthafte Unterstützung für Syrien – sowohl mit Militärgerät als auch mit Waffen und mit der militärischen Ausbildung syrischer Soldaten… Wir erwägen verschiedene Optionen. Was Sie aber gesagt haben, steht vorerst nicht auf der Tagesordnung.“

    Die „Nesawissimaja Gaseta“ kommentiert: „Die Besorgnisse der USA über Russlands militärische Aktivitäten im Nahen Osten sind durchaus verständlich. Das Pentagon wollte schon Bombenangriffe gegen die Assad-Truppen fliegen, doch eine mögliche Präsenz russischer Soldaten in der syrischen Armee schließt dieses Szenario aus.“

    Die russische Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“ schreibt in einem am Montag veröffentlichten Kommentar: „In politischer Hinsicht ist die syrische Regierung am Iran orientiert, den nicht nur Saudi-Arabien, sondern auch die USA für ihren Rivalen halten. Sowohl die Saudis als auch die US-Amerikaner haben also ihre schwerwiegenden Gründe, um den innensyrischen Opponenten von Baschar Assad einen Sieg zu wünschen. Doch im Nahen Osten geht nichts so einfach. Mit ihrem Vorgehen gegen Assad haben der Westen und seine Verbündeten äußerst günstige Bedingungen für einen lawinenartigen Anstieg des IS-Einflusses geschaffen.“

    Das Blatt warnt aber vor einem unmittelbaren Kampfeinsatz russischer Soldaten in Syrien. Der Kommentator schreibt: „Ich weiß nicht, wie die Welt das Problem IS lösen könnte. Ich will aber nicht, dass russische Soldaten im Nahen Osten kämpfen und fallen. Das Problem muss eine andere Lösung haben. Wladimir Putin sollte danach suchen.“

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Su-27, Su-34, UN-Vollversammlung, Wladimir Putin, John Kerry, Juri Netkatschew, Sergej Lawrow, Iran, USA, Syrien, Russland