20:28 27 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Internationale Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt (146)
    81022
    Abonnieren

    Die Amerikaner könnten der Ukraine am besten helfen, wenn sie sich raushalten, wie Walter Schwimmer, ehemaliger Generalsekretär des Europarates und langjähriger Abgeordneter zum österreichischen Parlament, betonte.

    „Die Europäer haben andere Interessen als die Amerikaner in Bezug auf Russland“, sagte er in einem Sputniknews-Interview mit Armin Siebert. „Für die Europäer ist eine friedliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Russland wichtig. Die Krise in der Ukraine zeigt leider mit aller Deutlichkeit, wohin es kommt, wenn diese gemeinsame Verantwortung nicht wahrgenommen wird.“

    „Die Europäer sollten gemeinsam mit Russland den Streitparteien in der Ukraine klarmachen, es gibt keine militärische Lösung“, so Schwimmer, Präsident des European Democracy Forum. „Ihr müsst zusammenkommen. Ihr braucht eine ukrainische Lösung.“

    „Es ist eine Illusion zu glauben, es gibt eine militärische Lösung“, betonte der Politiker. „Es kann nur eine politische Lösung geben. Und jeder, der die Illusion stärkt, es könnte eine militärische Lösung geben, ist kein Freund der Ukraine. Ich glaube, speziell die Amerikaner könnten der Ukraine am besten helfen, wenn sie sich raushalten. Und die Nato ebenso. Man sollte von keiner Seite Waffen in die Ukraine liefern.“

    Es sei eine gemeinsame Angelegenheit für die EU und Russland, der dicht vor einem Staatsbankrott stehenden Ukraine wirtschaftlich zu helfen, meinte er. „Hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage der Ukraine sollte sich die EU mit Russland verständigen. Die traditionellen Wirtschaftsbeziehungen der Ukraine mit Russland sollten aufrechterhalten bzw. wiederbelebt werden. Wenn ich mir die wirtschaftliche Lage der Ukraine ansehe und die Ausgaben für die Rüstung, dann wird mir schlecht.“

    Situation in der Ukraine
    © AFP 2019 / Sergei Supinsky
    Insofern sei von so manchen europäischen Politikern an Kiew gestellte Forderung – „Entweder EU, oder Russland“ — völlig falsch. „Warum nicht mit der EU assoziiert sein und trotzdem gute Wirtschaftsbeziehungen mit Russland haben?“

    Genauso falsch wäre es, die Krise in der Ukraine als einen Ost-West-Konflikt auszulegen, fügte Schwimmer hinzu. „Zumindest wollen ihn einige so sehen. Das macht mir Sorgen. Wir brauchen keine Wiederauflage des Kalten Krieges oder der Stellvertreterkriege. So viel Leid ist geschehen damit."

    „Ich frage mich immer, was hat die Nato davon. Das ist Denken des 19. Jahrhunderts. Diese Bündnisphilosophien haben schon zum Ausbruch des 1. Weltkrieges geführt. Da sollten wir inzwischen etwas gescheiter sein.”

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Internationale Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt (146)

    Zum Thema:

    Putin: Neue Krisenspirale durch Verschärfung des Machtkampfes in Ukraine
    Merkel: Poroschenko hält an Minsker Abkommen fest
    Poroschenko holt sich Unterstützung aus Brüssel
    Ukraine-Krise: Zeichen stehen auf Wende
    Tags:
    EU, NATO, Walter Schwimmer, USA, Russland, Ukraine