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22:36 23 Oktober 2019
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    Brasilien stellt syrischen Flüchtlingen mehr Visa als südeuropäische Länder aus

    © Flickr/ Gabriel Cayres
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    Seit dem Ausbruch der syrischen Krise haben 2077 Syrer offiziell Asyl in Brasilien bekommen, wie die brasilianische Zeitung Estadão berichtet.

    Nachdem das Nationalkomitee für Flüchtlinge beim Justizministerium (Conare) vor zwei Jahren ein Regelwerk verabschiedet hatte, der die Visa-Ausstellung für Syrer vereinfachte, wurde Brasilien zu einem der unter den syrischen Flüchtlingen populärsten Länder.

    Nach Behördenangaben hat Brasilien Syrern mehr Visa als die gesamten Länder Südeuropas ausgestellt. So halten sich in Spanien 1335, in Italien 1005 und in Portugal lediglich 15 Asylbewerber aus Syrien auf.

    „Brasilien trägt nicht nur zur Lösung des humanitären Problems bei, obwohl allein dies ausreichen würde, um all diese Menschen aufzunehmen. Das Land erfüllt somit auch seine internationalen Verpflichtungen und auch die Verpflichtungen, die in seinen Gesetzen verankert sind: Asyl denjenigen zu gewähren, die es brauchen“, sagte Conare-Präsident Beto Vasconcelos.

    Flüchtlingsboot im Mittelmeer
    © AP Photo / Alessandro Di Meo

    Am 21. September soll die Behörde in einer Sitzung über die Verlängerung des vereinfachten Verfahrens für Flüchtlinge entscheiden, weil das gültige Regelwerk aus dem Jahr 2013 befristet ist und am 23. September abläuft.

    Auch in anderen Ländern Lateinamerikas gelten ähnliche Regeln für Menschen aus dem kriegsgeschüttelten Syrien. So hatte Argentinien 2014 das staatliche „Programm Syrien“ gestartet, das am vorigen Freitag verlängert wurde. Die Verwaltung der Stadt Pilar mit einer Bevölkerungszahl von 17.000 hat ihre Bereitschaft bekundet, 50 syrische Familien außerhalb des Programms aufzunehmen.

    Syrische Flüchtlinge sind auch in Chile willkommen. Am Montag hat die Regierung des Landes eine entsprechende Erklärung verabschiedet. In Uruguay, das im vorigen Jahr als erstes lateinamerikanisches Land 42 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen hatte, wurde berichtet, der Ex-Präsident José Mujica habe nach einem Gespräch mit seiner Gattin dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR vorgeschlagen, 100 Waisenkinder aus Syrien bei sich zu Hause unterzubringen. Das Hilfswerk hat diese Informationen bisher nicht bestätigt, über die Meldung wird aber aktiv in sozialen Netzwerken diskutiert.

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    Tags:
    Migranten, Flüchtlingshilfswerk UNHCR, Nationalkomitee für Flüchtlinge beim Justizministerium (Conare), José Mujica, Beto Vasconcelos, Uruguay, Chile, Syrien, Brasilien