Widgets Magazine
10:04 21 Oktober 2019
SNA Radio
    Syriens Präsident Baschar al-Assad

    Syrien-Konflikt: USA wollen russische Hilfslieferungen an Assad verhindern

    © AP Photo / Bassem Tellawi
    Politik
    Zum Kurzlink
    Von
    Situation in Syrien (2016) (851)
    1338101
    Abonnieren

    Der Konflikt zwischen Russland und dem Westen hat sich nach den Berichten von der Beteiligung russischer Militärs an den Kämpfen auf der Seite des Präsidenten Baschar al-Assad zugespitzt, schreibt die Zeitung „Kommersant“.

    Obwohl russische Offizielle diese Berichte zurückwiesen, unternahmen die USA einen beispiellosen Schritt – die Behörden Griechenlands bestätigten am Montag, dass sie eine Anfrage Washingtons mit der Bitte erhielten, den Luftraum für russische Flugzeuge mit Hilfsgütern für Syrien zu sperren. Die US-Behörden warnten: Falls sich die Gerüchte über die Verstärkung der russischen Militärpräsenz in Syrien bestätigen sollten, könnte dies zur weiteren Eskalation des Konflikts sowie einem direkten Zusammenstoß mit den internationalen Koalitionstruppen führen, die in Syrien gegen den Islamischen Staat (IS) kämpfen.

    Der stellvertretende Leiter des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Wladimir Dschabarow, sagte der Agentur RIA Novosti, dass Moskau nach neue Routen für Flüge nach Syrien suche werde, falls Griechenland seinen Luftraum sperren sollte. Doch dabei könnte es zu Schwierigkeiten kommen. Um nach Syrien zu gelangen, müssen die russischen Flugzeuge entweder den türkischen oder den irakischen Luftraum durchqueren. Die Türkei ist ein Nato-Mitglied und kritisch gegenüber al-Assad gestimmt. Der Irak hängt zu stark von den USA ab, die die internationale Koalition im Anti-IS-Kampf anführen. Beide Länder würden dem starken Druck Washingtons kaum standhalten  und ihren Luftraum für die russischen Hilfslieferungen per Flugzeug geöffnet lassen.

    Eine zwar längere, aber politisch zuverlässigere Route wäre über den Iran. Der Iran grenzt zwar nicht an Syrien, sicherte jedoch in den vielen Jahren des Syrien-Konflikts die Routen für Frachtlieferungen an die befreundete Regierung in Damaskaus. Laut einer „Kommersant“-Quelle koordinieren Moskau und Teheran seit einiger Zeit ihre Anstrengungen zur Unterstützung der Assad-Regierung.

    US-Soldat in Syrien
    © AFP 2019 / Ali Al-Saadi

    Der iranische Außenminister Dschawad Sarif erklärte am Montag erneut, dass die Verantwortung für das Blutvergießen in Syrien die Länder tragen, die zum Rücktritt Assads aufriefen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete am Montag die in europäischen Medien aufgetauchten Informationen, dass Moskau mit Washington und Riad die Entmachtung des syrischen Präsidenten vereinbart hätte, als Manipulationen.

    Sacharowa gab zudem einige Details eines Telefongesprächs zwischen dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und seinem US-Amtskollegen John Kerry preis. Ihr zufolge bestätigte der russische Außenminister während eines Gesprächs mit Kerry, dass Moskau  Militärhilfe an Damaskus leistet.
    „Die russische Seite verheimlichte nie, dass sie Militärtechnik an die offiziellen syrischen Behörden zur Bekämpfung des Terrors liefert“, sagte Sacharowa. Wie es aus dem Umfeld des US-Außenministeriums hieß, äußerte Kerry gegenüber Lawrow seine Besorgnis, dass  „der mutmaßliche Ausbau des Militärpotentials Russlands in Syrien“ zum Anstieg der Flüchtlingsströme und einem Zusammenstoß mit der Anti-IS-Koalition führen könne.
    Die Warnung Kerrys bestätigte wieder einmal die prinzipiellen Unterschiede zwischen Moskau und Washington in Bezug auf die Syrien-Regelung. Washington will im Zuge seiner Militäroperation gegen IS auch den Rücktritt Assads, der als Quelle allen Übels in Syrien betrachtet wird, bewirken. Moskau betrachtet die Assad-Regierung hingegen als Verbündeten in der Anti-Terror-Koalition und warnt, dass bei einem Sturz Assads nicht die vom Westen unterstützte gemäßigte Opposition, sondern die radikalen Islamisten die Kontrolle über Syrien übernehmen werden.

    Die „New York Times“ berichtete in der vergangenen Woche unter Berufung auf Quellen in den US-Behörden, dass in einem syrischen Luftwaffenstützpunkt eine russische Einheit und eine mobile Flugüberwachungsstation gesehen wurden. Zuvor tauchten ähnliche Informationen in der israelischen Presse auf, in der von der Ankunft russischer Militärflieger, Kampfjets der Typen Su-34 und Su-27 und von Aufklärungsdrohnen Ptschela-1T berichtet wurde.

    Die britische „Times“ berichtete von einer Videoaufnahme, in der russische Militärs mit Schützenpanzerwagen des Typs BTR-82A während ihres Einsatzes in Syrien zu sehen sind. In türkischen Medien und Blogs tauchten Informationen auf, dass drei russische Landungsschiffe den Bosporus passiert hätten – „Nikolai Filtschenkow“, „Koroljow“ und „Nowotscherkassk“ sowie das Übungsschiff „Smolny“.
    Eine „Kommersant“-Quelle im russischen Generalstab bezeichnete die Berichte von der russischen Militärpräsenz in Syrien als „starke Übertreibung“. Allerdings wurde eingeräumt, dass sich russische Militärspezialisten, die jedoch keine Offensivkraft darstellen, in Syrien aufhalten.
    Putins Sprecher Dmitri Peskow teilte am Montag mit, dass er über keine Informationen über den Ausbau der russischen Militärpräsenz in Syrien verfüge. Er bestätigte jedoch, dass Moskau und Damaskus Arbeitskontakte pflegen und weiterhin kooperieren.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Situation in Syrien (2016) (851)

    Zum Thema:

    Russland will Syrien auch weiterhin im Kampf gegen Terror helfen
    Flugverbot für russische Frachten nach Syrien: Athen prüft Bitte aus USA
    Berichte über russische Soldaten in Syrien sorgen für Aufregung
    USA warnen Russland vor Truppeneinsatz in Syrien
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Übungsschiff „Smolny, Landungsschiff „Nowotscherkassk, Landungsschiff „Koroljow, Landungsschiff „Nikolai Filtschenkow, Transporter BTR-82A, Su-34, Su-27, Wladimir Dschabarow, Mohammad Javad Zarif, Maria Sacharowa, Dmitri Peskow, Baschar al-Assad, John Kerry, USA, Russland, Türkei, Griechenland, Iran, Syrien