05:14 14 November 2019
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    Petro Poroschenko und Christine Lagarde

    Ukrainischer Ex-Premier spottet über Lagarde: „Ukraine überrascht mit Armut“

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    Die Ukraine „überrascht die Welt“ nicht mit Fortschritten, sondern mit ihren Misserfolgen in der Wirtschaft, wie der ukrainische Ex-Premier Nikolai Asarow eine Äußerung der IWF-Chefin via Facebook kommentierte.

    Griwna
    © Sputnik / Alexander Demianchuk
    Zuvor hatte die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde bei ihrem Treffen mit Petro Poroschenko in Kiew erwähnt, dass sie durch die „Fortschritte”, die in den vergangenen Monaten in der ukrainischen Wirtschaft erreicht worden seien, sehr ermutigt sei. „Die Ukraine hat die Welt überrascht.", betonte sie.

    Offensichtlich, habe sich Lagarde nicht die Mühe gegeben, die von ihren Referenten erstellte Auskunft über die Ukraine zu lesen, schrieb Asarow in seinem Facebook-Account.

    „Nun wirklich, man kann doch nicht ernsthaft die dreifachen Preisanstiege und Tariferhöhungen, den dreifachen Absturz der Griwna, die um das Dreifache gewachsene Auslandsverschuldung, die um die Hälfte geschrumpften Bankguthaben der Bevölkerung und den 25-prozentigen Einbruch  des Bruttoinlandprodukts als ,überraschende Fortschritte’ bezeichnen…“, betonte er.

    Griwna und Dollar
    © Sputnik / Alexander Demyantchuk
    Internationale Ratingagenturen hätten die ukrainische Wirtschaft auf Ramschstatus herabgestuft — Innerhalb von nur anderthalb Jahren habe sich die Ukraine zu den ärmsten Staaten der Welt gesellt. „Und dies ist ihr wichtigster ,Fortschritt’, der tatsächlich die ganze Welt überrascht hat.“, resümierte der Ex-Premier.

    Zuvor hatte der Gouverneur des Gebietes Mihail Saakaschwili eingeräumt, dass die ukrainische Wirtschaft nach seiner Einschätzung fast ein Vierteljahrhundert brauchen werde, um wieder das Niveau von 2014 zu erreichen. „Erst in 20 Jahren kann die Ukraine die Wirtschaftszahlen wie unter Janukowitsch wieder erreichen“. Unter Präsident Poroschenko ist die Ukraine laut Saakaschwili zum ärmsten Land Europas geworden.

    Ende August hatte sich die Ukraine mit dem Gläubigerausschuss auf einen Schuldenschnitt in Höhe von 20 Prozent, also 3,8 Milliarden Dollar von insgesamt 18 Milliarden Dollar Staatsschulden, verständigt. Die Fristen für die Tilgung des übrigen Schuldenteils seien zudem vom Zeitraum 2015-2023 auf 2019-2027 verlegt worden. Dem russischen Finanzministerium zufolge wird Russland sich an der Umschuldung der Ukraine nicht beteiligen.

    Dabei befindet sich die Ukraine derzeit am Rande des Staatsbankrotts. Die Arbeitslosigkeit im Land wächst, die nationale Währung ist in einem Jahr auf ein Drittel ihres Wertes gesunken. Infolgedessen betrug, den Angaben des Finanzministeriums der Ukraine zufolge, der Durchschnittslohn im Land im Januar dieses Jahres 3.455 Griwna (etwa 160 US-Dollar). Das ist einer der niedrigsten Werte in Europa. Etwa 70 Prozent der ukrainischen Bürger erklärten bei der Umfrage, mit ihrem Leben unzufrieden zu sein, und äußerten dabei, dass sich das Land „in eine falsche Richtung“ entwickelt.

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    Staatsbankrott, Schulden, IWF, Petro Poroschenko, Michail Saakaschwili, Christine Lagarde, Nikolai Asarow, Ukraine