12:28 10 Dezember 2019
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    Flüchtlingsunterkunft in Deutschland

    Flüchtlingschaos: Baden-Württemberg stößt an seine Grenzen

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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Da die Erstaufnahmeunterkünfte im deutschen Baden-Württemberg überfüllt sind, hat das Land die Aufnahme neuer Migranten zeitweilig gestoppt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. In diesem Zusammenhang habe Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Bund um Hilfe gebeten.

    Kretschmann zufolge gehe es dabei „rein um eine Maßnahme für den heutigen Nachmittag“. Baden-Württemberg soll später wieder weitere Flüchtlinge aufnehmen, jedoch stoße das Land derzeit wegen Tausender angekommenen Migranten an seine Grenzen.

    „Wir suchen täglich fieberhaft nach Liegenschaften, in denen wir die Flüchtlinge unterbringen können“, zitiert die FAZ Kretschmann. Vor diesem Hintergrund habe der Ministerpräsident den Bund „dringlich“ aufgefordert, die Dauer der Asylverfahren von derzeit mehr als fünf auf drei Monate zu verkürzen. „Sonst sprengt das unsere Möglichkeiten“, so Kretschmann laut FAZ.

    Wegen den unkontrollierten Flüchtlingsströmen setzte auch Dänemark laut DPA am Vortag den Zugverkehr aus Deutschland komplett aus. Von dieser Maßnahme ist auch der Eisenbahn-Fährverkehr betroffen. In diesem Zusammenhang schreibt die FAZ von einer „harten Linie“ der neuen dänischen Regierung in der Flüchtlingspolitik.

    Die Deutsche Bahn hätte inzwischen, so FAZ, den Stopp des Zugverkehrs zwischen Deutschland und Dänemark bestätigt. Wie lange die Sperre gelte, sei der DB nicht bekannt.

    FAZ zufolge ist das Endziel vieler Migranten, die nach Dänemark gelangen, eigentlich Schweden. Das werde ihnen von der Polizei allerdings nicht erlaubt, so eine Sprecherin. Wer sich also in Dänemark nicht um Asyl bewerbe, werde nach Deutschland zurückgeschickt.

    Mehrere hundert Menschen sollen seit Dienstag mit dem Zug nach Padborg in Südjütland gekommen sein. Etwa 300 von ihnen hätten daraufhin einen Versuch unternommen, von dort aus zu Fuß über die Autobahn weiterzugehen. Unter den mehrheitlich syrischen Flüchtlingen waren Polizei-Angaben zufolge viele Schwangere, Kinder und ältere Menschen. Einige Autobahnen wären in Dänemark und auf Bitten der dänischen Polizei auch in Deutschland zeitweilig gesperrt.

    Unterdessen habe die schleswig-holsteinische Polizei in Puttgarden am Mittwoch einen ICE mit 80 Flüchtlingen, die nach Kopenhagen gelangen wollten, angehalten. Die Polizei habe ihnen eine Unterkunft in schleswig-holsteinischen Erstaufnahmeeinrichtungen angeboten. Ob sie das Angebot annehmen, sei noch unklar. Am Tag zuvor habe die Polizei 170 Flüchtlinge, die nicht die notwendigen Papiere mit sich hatten, trotzdem mit dem Zug nach Dänemark weiterreisen lassen.

    Dänemarks Integrationsministerin Inger Støjberg hat FAZ-Informationen zufolge am Dienstag erfolglos versucht, ein Sonderabkommen mit Schweden zu vereinbaren, das erlauben würde, Flüchtlinge in das Nachbarland weiterzuschicken.

    Neu ankommende Migranten werden, so FAZ, seit Anfang der Woche zunächst in einer Schule in Rødby untergebracht. Einige Bürger versorgen laut Polizei die Neuankömmlinge mit Essen und Kleidung. Andere sollen dagegen Steine auf Flüchtlinge geworfen haben. Wenn diese Menschen sich nicht in Dänemark registrieren lassen, werden sie zurück nach Deutschland geschickt, schließt die FAZ unter Berufung auf die örtliche Polizei.

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    Migrationspolitik, Migranten, FAZ, Winfried Kretschmann, Inger Støjberg, Baden-Württemberg, Deutschland, Dänemark, Schweden, Syrien