16:00 11 Dezember 2017
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    Syrische Flüchtlinge

    Kreml: Keine Flüchtlingsquoten für Russland

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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Obwohl Russland - anders als westliche Staaten - die Rebellen in Syrien nie unterstützt hat und für den Flüchtlingsstrom aus dem Kriegsland keine Verantwortung tragen muss, bietet es Hilfe an.

    Der Menschenrechtsrat beim russischen Präsidenten will sich an die Regierung mit der Bitte wenden will, die Aufnahme syrischer Flüchtlinge in Russland zu erlauben. Einen entsprechenden Appell hat Maxim Schewtschenko, Vertreter des Menschenrechtsrates, vorbereitet.

    Laut Schewtschenko geht es vor allem um russische Tscherkessen, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Kaukasus nach Syrien umgesiedelt waren und nun sich mit dem Problem konfrontiert sehen, dass es in russischen Regionen zu wenig Quoten für die Aufnahme von Ausländern gibt. Dabei würden die Sicherheitsbehörden die Zuwanderer als potentiell gefährlich betrachten, so Schewtschenko.

    Er äußerte die Annahme, dass Russland 5.000 bis 10.000 Tscherkessen von den 80.000 Vertretern dieses Volkes, die in Syrien leben, aufnehmen könnte. „Im Kaukasus gibt es viel freies Land. Das sind vor allem die Ländereien von Adygen: Karatschai-Tscherkessien, Kabardino-Balkarien, Adygeja, das Gebiet Krasnodar“, sagte der Menschenrechtler. Die Tscherkessen leben, so Schewtschenko, vorwiegend auf dem Land, daher müsste man nicht befürchten, dass sie in die Hauptstadt ziehen würden.

    Russland kann laut dem Kreml-Sprecher Dmitri Peskow als Teil Europas nicht abseits der Versuche seitens der Flüchtlinge stehen, das Territorium der Russischen Föderation auf dem Weg in andere Länder zu nutzen. „In diesem Fall kann Russland als Teil Europas nicht von derartigen Versuchen „sterilisiert“ werden“, sagte er.

    Auf die Frage, ob Russland dem Beispiel anderer europäischer Länder – etwa Deutschland und Österreich – folgen und einen Teil der Migranten aufnehmen könnte, gab der Kreml-Sprecher zu bedenken, dass dies „kaum eine aktuelle Frage für Russland“ sei.

    „Es geht darum, dass wir natürlich erwarten, dass materielle Kosten und sonstige Spesen, die mit diesen Prozessen verbunden sind, vor allem auf die Länder entfallen, die seinerzeit einen Bezug dazu hatten, was später die katastrophale Lage in einzelnen Maghreb-Ländern und im Nahen Osten herbeigeführt hat“, fügte Peskow hinzu. Die EU-Staatschefs hätten Russland bisher nicht gebeten, syrische Flüchtlinge aufzunehmen, so der Kreml-Sprecher.

    In den letzten Monaten hat sich die Lage um die Flüchtlinge zugespitzt, die vor den Konflikten in den Nahostländern und in Nordafrika fliehen. Laut Uno-Angaben mussten ca. 7,6 Millionen Menschen ihre Häuser verlassen, etwa vier Millionen wurden in Flüchtlingscamps untergebracht.

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    Tags:
    Migranten, Dmitri Peskow, Maxim Schewtschenko, Syrien, Russland
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