Widgets Magazine
04:38 24 Oktober 2019
SNA Radio
    Dmitri Jarosch

    Ukraine: Nationalistenchef ruft zu zivilem Ungehorsam auf

    © Sputnik / Pavel Palamarchuk
    Politik
    Zum Kurzlink
    22714
    Abonnieren

    Nach der Verhaftung zweier Mitglieder des Rechten Sektors hat der Anführer dieser einflussreichen Nationalistentruppe, Dmitri Jarosch, am Donnerstag zum bürgerlichen Widerstand aufgerufen. Die Volksmilizen im Donezbecken fürchten dadurch eine neue Eskalation.

    Nachdem ein Gericht in Odessa am Dienstag den Beschluss gefasst hatte, zwei Aktivisten des Rechten Sektors und den Chef von Odessas „Automaidan“  zu inhaftieren, forderte Jarosch via Facebook alle Bürger der Ukraine, Kämpfer und Mitglieder des Rechten Sektors auf, sich auf „aktive Aktionen des zivilen Ungehorsams“ vorzubereiten. Den Rechtsextremisten wird die Entführung eines Abgeordneten des Stadtbezirksrats zur Last gelegt, der Nationalistenchef weist diese Anschuldigungen jedoch zurück. Ihm zufolge, ist dies ein Akt von „Repression“ seitens der Behörden.

    Die Aufrufe von Jarosch könnten jedoch zu einer Destabilisierung der Lage entlang der Trennungslinie führen, befürchtet der Vizestabschef der Lugansker Volksmiliz, Igor Jaschenko.

    „Angesichts dessen, dass Jarosch weitere Aufstände und bewaffnete Widerstände plant,  rechnen wir momentan damit, dass es zu fortschreitenden  Provokationen nahe der Trennungslinie der Seiten kommt.“, sagte er am Freitag in einer Konferenz.

    Da Jarosch an alle Ukrainer appelliert habe, könnten seine Aufrufe nicht nur zu einer Destabilisierung der Lage an der Trennungslinie, sondern in der ganzen Ukraine führen.

    „Daher rufen wir die ukrainische Führung zu einer rechtzeitigen Neutralisierung der Versuche der Radikalen, Protestaktionen durchzuführen. Denn diese Versuche könnten die instabile Situation im Land  verschärfen“, betonte er.

    Die Erfüllung der Minsker Vereinbarungen sei für die Lugansker Volkswehr auch weiter prioritär, fügte er hinzu.

    Der Rechte Sektor war die treibende Kraft hinter dem Umsturz vom Februar 2014, bei dem der frühere Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet wurde. Seit dem Machtwechsel kämpfen die Nationalisten auf der Seite der regulären Armee gegen die Regierungsgegner im Osten der Ukraine. Im Mai 2014 waren die Ultranationalisten am Branddrama in Odessa beteiligt, bei dem Dutzende Regimegegner bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Im Juli dieses Jahres überfielen schwer bewaffnete Kämpfer des „Rechten Sektors“ die Stadt Mukatschewe im Westen der Ukraine und lieferten sich Gefechte mit den Sicherheitskräften.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Rechter Sektor sammelt Unterschriften für erneuten Machtwechsel in Ukraine
    Ukraine: Rechter Sektor ruft Armee und Polizei zu Aufstand auf
    Ex-Maidan-Aktivist: Rechter Sektor bereitet neue Revolution in Ukraine vor
    Extremistenchef Jarosch fordert Referendum über Vertrauen zu Kiewer Regierung
    Tags:
    Minsker Abkommen, Viktor Janukowitsch, Igor Jaschenko, Dmitri Jarosch, Lugansk, Ukraine