20:47 18 November 2019
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    Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe

    G7 auf der Flucht vor Russland

    © AFP 2019 / John Macdougal
    Politik
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    Der Westen konnte mit dem politisch und wirtschaftlich stärker werdenden Russland, das er einst in die G8 aufgenommen hat, um dessen Energieressourcen zu kontrollieren, nicht fertig werden, wie der politische Analytiker Andrew Korybko in der „Oriental Review“ schreibt.

    Die G7 war an sich eine Organisation, die die westliche Weltordnung verbreiten sollte, und brauchte das nach dem Zerfall der Sowjetunion schwache Russland vor allem wegen dessen Energieressourcen, glaubt der Experte. Allerdings, so Korybko, hat der Westen nach Putins Amtsantritt seine wichtigste Reißleine eingebüßt.

    Später versuchte das erstarkende Russland die Organisation als Plattform für die Verbreitung seines Einflusses in Europa zu nutzen. Mit dem Bau der Nord-Stream-Pipeline wollte man die Abhängigkeit von der EU und den USA verringern.

    Washington hat, so der Autor, keinen anderen Weg gesehen, als die wachsenden wirtschaftlichen Beziehungen Russlands und der EU zu unterminieren. Nachdem Moskau im September 2013 diplomatisch interveniert hatte, um ein militärisches Eingreifen der USA in Syrien zu unterbinden, leiteten die Amerikaner das Szenario einer „farbigen Revolution“ in der Ukraine ein.

    Das geopolitische Ziel der USA sei es, so Korybko, Europa vom amerikanischen Schiefergas abhängig zu machen, obwohl die EU keine Möglichkeit für den Bau von Förderanlagen habe und die in Aussicht gestellten Mengen die russischen Lieferungen objektiv nicht ersetzen könnten.

    G20-Gipfel (Archivfoto)
    © REUTERS / Kevin Lamarque
    Allerdings habe Moskau, so Korybko, entgegen den düsteren Prognosen eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs, der Russland vom Westen vorausgesagt wurde, diese Gelegenheit genutzt, im die geowirtschaftliche Diversifizierung zu beschleunigen und den Grundriss für eine neue Wirtschaft zu legen.

    Russland hat laut dem Analytiker begriffen, dass der Fokus auf Europa die strategische Freiheit des Landes eingeschränkt hat, und konnte den Augenblick zu seinem Vorteil nutzen. Dabei sehe sich die europäische Wirtschaft, darunter die Landwirtschaft, mit unvorhergesehenen Folgen konfrontiert.

    Korybko vergleicht den Westen mit einem Jäger, der den Bären mit dem „Honig“ der europäischen Integration gelockt hat, aber als der Jäger den Bären bestrafen wollte und ihm den Honig wegnahm, schaltete sich dieser gleich auf die „Bienenkönigen“ – Asien um. Nun sei der Jäger gezwungen, voller Angst vor dem Bären wegzulaufen, schreibt der Analytiker.

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    Tags:
    Nord Stream, EU, G8, G7, Andrew Korybko, USA, Russland