02:52 17 Juni 2019
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    Pipeline-Deal zwischen Westen und Russland: Osteuropa fühlt sich gekränkt - Bloomberg

    © Foto: Gazprom
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    Gaspipeline Nord Stream (151)
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    Vertreter einiger osteuropäischer Länder haben ihre westlichen Nachbarn wegen des Deals mit Russland über die Gaspipeline Nord Stream 2 scharf kritisiert, wie der Informationsdienst Bloomberg berichtet.

    „Die osteuropäischen Länder, denen der Verlust der milliardenschweren Einnahmen aus den Transitgebühren für Erdgas droht, haben schwere Vorwürfe gegen Westeuropa wegen des Abschlusses des Deals mit Russland über den Bau einer Gaspipeline unter Umgehung der Ukraine erhoben“, so Bloomberg. Gemeint sind die Premierminister der Ukraine und der Slowakei sowie der polnische Präsident.

    Wie der slowakische Premier Robert Fico nach seinem Treffen mit dem ukrainischen Amtskollegen Arseni Jazenjuk in Bratislava sagte, haben die westeuropäischen Staatschefs und Unternehmen ihre östlichen Nachbarn  „verraten“. Fico warf Westeuropa vor, monatelang über eine Stabilisierung der Situation geredet zu haben und dann eine Entscheidung zu treffen, die die Ukraine und die Slowakei in eine missliche Lage versetze.

    Laut Jazenjuk wird der Ukraine mit der Verlegung des zweiten Stranges der Pipeline Nord Stream die Möglichkeit geraubt, Erdgas in die EU zu transportieren. Durch dieses „anti-ukrainische“ und „anti-europäische“ Projekt werde Kiew zwei Milliarden US-Dollar an Transiteinnahmen verlieren, so Jazenjuk.

    Wie der polnische Präsident Andrzej Duda äußerte, werden mit dem Projekt zum Bau von Nord Stream 2 die Interessen Polens „völlig ignoriert“ und die Einheit Europas angesichts der „russischen Aggression“ in der Ukraine beeinträchtigt.

    Laut dem EU-Vizepräsidenten Maros Sefcovic werden manche Teile der Europäischen Union mit einer sehr schwierigen Situation konfrontiert sein, wenn Russland mit der Lieferung von Gas durch die Ukraine nach Europa aufhören sollte.

    Gazprom hatte am 4. September in Wladiwostok beim östlichen Wirtschaftsforum einen Gesellschaftsvertrag über den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 unterzeichnet. An dem Projekt sollen sich neben Gazprom auch E.On, Shell, OMV, BASF/Wintershall und Engie beteiligen. Gazprom übernimmt einen 51-Prozent-Anteil an dem Projekt.

    Das Projekt sieht den Bau von zwei Pipeline-Strängen mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr  vor. Nach Angaben von Bloomberg soll Nord Stream 2 im Jahr 2019 die Gaslieferungen nach Europa aufnehmen.

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    Nord Stream, Gazprom, Bloomberg, Wintershall, BASF, OMV, Shell, E.ON, EU, Maroš Šefčovič, Andrzej Duda, Arsseni Jazenjuk, Robert Fico, Slowakei, Ukraine, Russland