12:27 08 Dezember 2019
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    Protestaktion in Warschau gegen Flüchtlingsquoten

    Warschau stemmt sich gegen EU-Flüchtlingsquoten

    © AP Photo / Alik Keplicz
    Politik
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    Die polnische Ministerpräsidentin Eva Kopacz hat sich bei einem Pressegespräch in Warschau gegen die Einführung von Flüchtlings-Quoten ausgesprochen.

    Ihren eigenen Worten zufolge hat sie mit EU-Kommissionschef  Jean-Claude Juncker das Flüchtlingsproblem telefonisch besprochen.

    „Wir werden so viele Flüchtlinge aufnehmen, wie wir können. Wir stellen aber eine Bedingung.“ Warschau stemme sich  gegen Quoten für eine automatische Verteilung von Flüchtlingen auf die EU-Länder und bestehe auf einer sehr strengen Kontrolle der inneren Grenzen der EU.

    Kopacz rief auf, auf die Frage, ob ein Ausländer ein Flüchtling bzw. Wirtschaftsmigrant ist, sehr  ernsthaft einzugehen. „Wir müssen hierbei vernünftig und verantwortungsbewusst sein“. 

    Unter anderem könne Polen im Notfall die Kontrollen an seinen inneren Grenzen wieder einführen. „Ich habe Innenministerin Teresa Piotrowska beauftragt, unsere Grenzen zu inspizieren“, sagte die Ministerpräsidentin.

    Zuvor hatte Juncker die EU-Länder aufgefordert, „zusätzlich 120.000 Flüchtlinge aufzunehmen, die sich in Griechenland, Italien und Ungarn aufhalten“.

    Laut diesen Plänen entfallen rund 12.000 Flüchtlinge auf Polen.

    Vorläufig hat Polen lediglich die Bereitschaft deklariert, 2.000 Migranten unterzubringen. Laut Kopacz hat Polen aber viel größere Möglichkeiten.

    In den vergangenen zwei Tagen hatten Deutschland, Tschechien und die Slowakei im Zusammenhang mit dem unkontrollierten Flüchtlingszustrom Kontrollen an den Grenzen zu Österreich eingeführt.

    Außerdem hatten Österreich und die Slowakei mit Kontrollen an ihren Grenzen zu Ungarn begonnen.

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    Tags:
    Migranten, Quoten, EU, EU-Kommission, Eva Kopacz, Teresa Piotrowska, Jean-Claude Juncker, Deutschland, Slowakei, Tschechien, Polen, Österreich