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    Medien zur Flüchtlingskrise: Merkel hat nicht so schnell Probleme erwartet

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    Die Entscheidung von Angela Merkel, Hunderttausende Flüchtlinge in das Land zu lassen, schlägt nun auf sie ein, wie „The Financial Times“ schreibt.

    „Kanzlerin Angela Merkel war sich bewusst, dass ihre Entscheidung, die Einreiseformalitäten nach Deutschland für syrische Flüchtlinge zu erleichtern, riskant war. Aber sie hätte nicht erwarten können, dass die Unannehmlichkeiten so schnell beginnen würden“, so das Blatt.

    Erst eine Woche, nachdem Merkel das Vorhaben der stärksten Wirtschaft Europas verkündet hatte, viel mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als zuvor möglich war, habe sie in den Rückwärtsgang geschaltet und die Grenzkontrollen verstärkt.

    Maßnahmen dieser Art entsprechen zwar der EU-Gesetzgebung, allerdings werfen sie ein Licht darauf, wie hart die Herausforderungen waren, mit denen sich Merkel in der EU und im Nahen Osten konfrontiert sah.

    „Ich würde nicht sagen, dass sie (in Berlin – d. Red.) in Panik sind, aber etwas verwirrt sind sie bestimmt“, kommentiert Nickel Karsten von der Gesellschaft für politische Studien Teneo Intelligence den Artikel.  

    Die deutsche Regierung will nicht zugeben, dass der Beschluss über die vereinfachte Einreise für Flüchtlinge ein Fehler war, allerdings sind sich die Minister offensichtlich nicht mehr so sicher, dass Merkel die Lage adäquat einschätzt.

    Neben „The Financial Times“ haben auch andere Medien auf die krasse Veränderung der Politik Merkels aufmerksam gemacht. „Grenze auf, Grenze zu: Was die Zahl der Ankommenden betrifft, wagt niemand Prognosen. Aber viele wagen die Frage, ob die Kanzlerin überhaupt einen Plan hat“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

    Die britische Zeitung „The Guardian“ beschreibt die Reaktion der Flüchtlinge. Laut dem „Guardian“-Reporter hat der Beschluss der Bundeskanzlerin sie verwirrt. Am Bahnhof in Wien können die Scharen von Migranten nicht begreifen, wie es denn so gekommen sei, dass „Mutti Merkel“, die beschlossen hatte, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, sie nach nur acht Tagen wieder schließt und sie im Stich lässt, schreibt „The Guardian“.

    Zuvor hatte die Zeitung „Politico“ Merkels Entscheidung als eine „verblüffende Vollkurve“ bezeichnet. Der Beschluss, den der deutsche Innenminister Thomas de Maizière verkündet hat, sei, so „Politico“, eine „Überraschung“ gewesen und habe eine „deutliche Eskalation der Krise“ markiert.

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