09:50 19 Juni 2019
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    Putin zu Anti-IS-Kampf: Geopolitische Ambitionen gehören beiseitegelegt

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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat aufgerufen, die geopolitischen Ambitionen beiseite zu legen und auf die so genannten Doppelstandards beim Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu verzichten.

    Putin hat sich zum Thema IS in der heutigen Sitzung des Rates für  kollektive Sicherheit der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit (OVKS) in Duschanbe geäußert.

    Die Vereinigung der Anstrengungen der Weltgemeinschaft gegen diese Gefahr sei für den elementaren gesunden Menschenverstand, die Verantwortung für globale und regionale Sicherheit erforderlich.

    Man müsse von der Politik einer direkten bzw. indirekten Nutzung  einzelner Terrorgruppierungen zum Erreichen eigener Konjunkturziele, darunter für den Wechsel von unerwünschten Regierungen bzw. Regimes  Abstand nehmen.

    Der IS wolle seine Aktivitäten auf Mekka, Medina und Jerusalem verbreiten und drohe Europa und Russland sowie Zentral- und Südostasien, worüber Moskau sehr besorgt sei, so der Staatschef.

    Die Aktivitäten des Islamischen Staates seien weit über den Irak und Syrien hinausgegangen. Terroristen veranstalten Massenhinrichtungen, stoßen ganze Völker in Chaos und Elend sowie vernichten Kulturdenkmäler und religiöse Heiligtümer.

    Zuvor hatte Moskau mehrmals die internationale Koalition unter Führung der USA aufgefordert, mit den syrischen Behörden im Anti-IS-Kampf unter der Schirmherrschaft des UN- Sicherheitsrates zusammenzuwirken.

    Moskau gehe davon aus, dass die Koordinierung der Handlungen mit den syrischen Streitkräften zu einem wichtigen Bestandteil der Anstrengungen zur Bekämpfung des Terrorismus im Rahmen einer breiten Koalition werden müsse, so das russische Außenamt.

    Seit März 2011 dauert in Syrien ein bewaffneter Konflikt an, der nach UN-Angaben bisher mehr als 220.000 Menschenleben gefordert hat. Mehrere Millionen Syrer sind obdachlos geworden. Den Regierungstruppen stehen islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören.

    Die bedeutendsten dieser Gruppierungen sind die Terrororganisation Islamischer Staat, die am 29. Juni 2014 ein „islamisches Kalifat“ in den von ihr kontrollierten Territorien ausgerufen hatte, und die Rebellengruppe Dschabhat al-Nusra.

    Eine einheitliche Front gegen den IS gibt es bislang nicht. Gegen die Gruppierung kämpfen Regierungstruppen Syriens und des Irak, aber auch Kurden sowie libanesische und irakische Schiiten. Die von den USA angeführte internationale Koalition beschränkt sich nur auf Bombenangriffe.

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    Terrormiliz Daesh, Anti-Terror-Kampf, Terrormiliz, Dschabhat al-Nusra, UN-Sicherheitsrat, OVKS, Wladimir Putin, Russland, Südostasien, Zentralasien, Medina, Mekka, Europa, Duschanbe, Jerusalem, Syrien, Irak