17:40 08 Dezember 2019
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    Situation in Syrien

    Baschar Assad: Syrien-Krise geht auf Irak-Invasion der USA von 2003 zurück

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    Politik
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    Die aktuelle Krise in Syrien geht mit ihren Wurzeln in die US-amerikanische Invasion in den Irak zurück, wie der syrische Präsident Baschar Assad in einem Interview für russische Medien sagte.

    „In jedem Staat kommt kommen Fehler vor. Das geschieht womöglich jeden Tag. Aber diese Fehler sind nicht verhängnisvoll, sie sind Routine. Was führt denn zu so etwas, was in Syrien geschehen ist? Das klingt unlogisch. Sie werden sich wahrscheinlich wundern, wenn ich Ihnen sage, dass der Wendepunkt in den Ereignissen, die der Syrien-Krise vorausgingen, mit dem Irak-Krieg im Jahr 2003 eintrat, als die USA das Land besetzt haben“, so Assad. 

    Laut dem Präsidenten hat Syrien die Aggression entschieden verurteilt, weil klar war, dass sie eine Spaltung in der Gesellschaft herbeiführen und die Widersprüche zuspitzen würde. 

    „Wir aber sind Nachbarn des Irak. Wir verstanden, dass der Irak nach diesem Krieg je nach Religionsansichten gespalten wird. Im Westen grenzen wir an ein anderes konfessionell geteiltes Land – den Libanon. Und wir sind genau dazwischen. Daher verstanden wir nur zu gut, dass sich das alles auf uns auswirken wird“, sagte Assad und fügte hinzu: „Daher liegen die Ursprünge dieser Krise in jenem Krieg, der eine konfessionelle Spaltung im Irak herbeigeführt hat. Dies hat sich teilweise auf die Lage in Syrien ausgewirkt und machte das Schüren von zwischenkonfessionellen Widersprüchen in Syrien einfacher.“ 

    Als einen zweiten und nicht weniger wichtigen Umbruchfaktor nannte der syrische Präsident die Unterstützung, die der Westen Anfang der 1980er Jahre den Terrorosten in Afghanistan offiziell erwiesen hat. Damals wurden diese aber nicht Terroristen, sondern „Freiheitskämpfer“ genannt. Assad erinnerte, dass später, im Jahr 2006, unter der Schirmherrschaft der USA im Irak der ISIL entstand, und Washington in keiner Weise gegen die Gruppierung gekämpft hat. 

    „All diese Faktoren insgesamt haben die Bedingungen für die Unruhen geschaffen, die vom Westen unterstützt und von den Staaten des Persischen Golfs, vor allem von Katar und Saudi Arabien, finanziert wurden. Auch die Türkei hat logistisch mitgewirkt, was kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass Erdogan zu den Muslimbrüdern gehört und glaubt, dass die Änderung der Situation in Syrien, Ägypten und dem Irak zur Schaffung eines neuen Sultanats beitragen würde, das aber nicht osmanisch sein, sondern den Muslimbrüdern gehören, von Erdogan befehligt und sich vom Atlantik bis zum Mittelmeer erstrecken würde“, führte Assad aus.  

    „Ich unterstreiche ein weiteres Mal, dass es Fehler und Blamagen gibt, die aber nichts rechtfertigen. Denn warum gibt es dann keine Revolution in den Golfländern, insbesondere in Saudi Arabien, das keine Ahnung von Demokratie hat? Ich glaube, das klingt logisch“, schloss der syrische Präsident.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Terrorismus, Baschar al-Assad, USA, Libanon, Syrien, Irak