08:40 16 Dezember 2018
SNA Radio
    Migranten in Wien

    EU will 40 Prozent aller Migranten abschieben - Medien

    © REUTERS / Peter Bader
    Politik
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1281)
    3611

    Laut einer offiziellen Statistik sind 40 Prozent aller Flüchtlinge sogenannte Wirtschaftsmigranten, die nicht vor Krieg fliehen und deshalb auch keinen Aufenthaltstitel erhalten werden. Die europäische Grenzschutzagentur Frontex erwägt ihre Abschiebung, teilte der französische Radio- und Fernsehsender RTBF mit.

    „Frontex unterscheidet ganz deutlich diejenigen, die vor einem Krieg fliehen und somit das Recht auf einen Flüchtlingstitel haben von solchen, die als Wirtschaftsmigranten bezeichnet werden und kein Recht auf diesen Titel haben. Angesichts dieses Unterschieds habe die Agentur sich das Ziel gesetzt, die Letzteren, die als illegale Migranten gelten, abzuschieben.“, berichtet der Sender.

    Laut einer offiziellen Statistik der EU sind 40 Prozent aller Menschen, die nach Europa aus Drittländern kommen, illegale Migranten. Ein Großteil dieser Migranten sind Bürger von Balkanländern. Frontex zufolge sind alle Flüchtlinge, die sich weigern ihre Fingerabdrücke abzugeben, illegal. 2014 seien es, so der Sender, nur 3. 000 Menschen gewesen.

    Seit Anfang 2015 sind laut Frontex mehr als 500.000 Flüchtlinge zu den Grenzen der Europäischen Union gekommen, darunter eine Rekordzahl von 156. 000 im August. Zum Vergleich haben im Jahr 2014 nur etwa 280. 000 Flüchtlinge die EU-Grenzen passiert.

    Die Zuwanderungskrise in Europa hat sich im letzten Jahr im Zusammenhang mit dem steigenden Einwanderungsstrom aus Nordafrika, dem Nahen Osten sowie aus Zentral- und Südasien zugespitzt. Die Zahl der Flüchtlinge aus unruhigen Nahost- und nordafrikanischen Staaten steigt rasant. In Deutschland sind seit Jahresbeginn nach Regierungsangaben 450.000 neu angekommene Flüchtlinge registriert worden. Vizekanzler Sigmar Gabriel rechnet mit bis zu einer Million Flüchtlinge in Deutschland im Jahr 2015.

    Die EU-Kommission hat erklärt, dass die aktuelle Migrationskrise in der Welt die größte seit den Zeiten des Zweiten Weltkrieges sei. Laut Medienberichten können unter den Flüchtlingen, die in die EU kommen, Tausende Kämpfer der Terrorgruppe Islamischer Staat sein, die die Krise mit dem Ziel ausnutze, eigene Terrorzellen in der EU zu bilden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1281)

    Zum Thema:

    LINKE-Chef Riexinger: In Flüchtlingsfrage treibt Union ein doppeltes Spiel
    Europas böses Erwachen
    Сrash-Experte: Flüchtlinge sind Katastrophe für Europa
    Kroatien lässt Migranten nach Deutschland passieren
    Tags:
    Wirtschaftsmigranten, Migrationspolitik, Migranten, EU-Kommission, EU, Frontex, Europa