00:25 24 Juni 2017
Radio
    Migranten in Deutschland

    Bis zu 35 Millionen Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa Ungarns Außenamt

    © REUTERS/ Michaela Rehle
    Politik
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1274)
    0 8904330226

    Die europäischen Spitzenpolitiker sollten die Grenzkontrollen im Schengen-Raum verschärfen, da die EU nicht in der Lage ist, Millionen Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen, wie der ungarische Außenminister Peter Szijarto am Freitag mitteilte.

    Die Kontrolle an den Grenzen zwischen den europäischen Staaten sollte wesentlich verstärkt werden, da bereits bis zu 35 Millionen Wirtschaftsflüchtlinge Richtung Europa unterwegs seien, zitiert die Agentur MIT den Außenminister.

    Die EU „vernachlässige“ den Schutz ihrer Grenzen – die europäischen Politiker hätten Angst, die „Dinge bei ihrem wirklichen Namen zu nennen“ und handeln in Anlehnung an die „Falschmeldungen der internationalen Medien“, betonte Szijarto.

    Es sei offensichtlich, und für Ungarn sei dies auch kein Geheimnis, dass die EU nicht in der Lage sein werde hunderttausende oder sogar Millionen  Wirtschaftsflüchtlinge aufzunehmen.

    „Diese Krise werden wir nur dann steuern können, wenn wir den Schengen-Raum stärken und aufrechterhalten werden“, fügte er hinzu.

    Zur selben Zeit erklärte der ungarische Regierungssprecher Zoltan Kovács in einer Pressekonferenz in der Stadt Röszke, dass die Migranten ihrer Bezeichnung nicht gerecht werden und sich „aggressiv” gegenüber dem ungarischen Volk verhalten würden. Ihm zufolge sind das „Aggressoren“.

    Am Dienstag hatte Ungarn wegen des nicht enden wollenden Flüchtlingsansturms seine Grenze zu Serbien dichtgemacht. Nachdem der Bau eines 170 Kilometer langen Grenzzauns zu Serbien beendet wurde, haben die Behörden beschlossen, den Zaun in östlicher Richtung, bis zur Grenze zu Rumänien, und nach dem Westen, bis nach Kroatien auszubauen.  Am folgenden Tag kam es zu Ausschreitungen zwischen ungarischen Grenzpolizisten und Migranten. Nach Angaben der ungarischen Polizei wurden 29 Flüchtlinge festgenommen, darunter ein Mitglied der Terrormiliz „Islamischer Staat”.

    Seit Anfang 2015 sind rund 500.000 Migranten in die EU gekommen. Die Zahl der Flüchtlinge nimmt jeden Tag weiter zu. Nach Einschätzung der EU-Kommission ist die jetzige Migrationskrise die weltweit schwerste seit dem Zweiten Weltkrieg.

    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1274)

    Zum Thema:

    Deutscher Experte zur Flüchtlingskrise: Faire Verteilung ist notwendig
    EU-Kommission: Behebung der Flüchtlingskrise durch Konfliktlösung in Syrien
    "Ungarn schlechte Wahl" - Bürgermeister will Migranten mit Video abschrecken
    Flüchtlinge in Aufruhr: Lage an serbisch-ungarischer Grenze eskaliert
    Tags:
    Schengen-Zone, Migrationspolitik, Migranten, EU, Zoltan Kovács, Peter Szijjártó, Ungarn