04:59 19 November 2019
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    Situation in Syrien

    Syrien: USA wollen Russland nun mit Spionagedaten gegen IS helfen

    © AFP 2019 / Karam Al-Masri
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    Terrorgruppierung Islamischer Staat (498)
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    Die USA haben sich laut unbestätigten Informationen bereit erklärt, gemeinsam mit Russland gegen die Dschihadisten des Islamischen Staates in Syrien vorzugehen. Bislang hat Washington die russische Waffenhilfe für Syriens Präsident Baschar al-Assad im Kampf gegen die berüchtigte Terrormiliz scharf kritisiert und sogar zu verhindern versucht.

    Russland errichtet Flüchtlingslager in der syrischen Stadt Hama
    © Sputnik / Alayeddin Mohamad
    Nun sind die USA angeblich bereit, künftig russische Militäraktionen gegen die Terrormiliz in Syrien mit eigenen Erkenntnissen aus Spionage-Tätigkeiten zu unterstützen. Darum ging es bei einem Treffen von führenden Delegationen der CIA und des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR in der vergangenen Woche in Moskau, wie die Zeitung „Bild am Sonntag“ unter Verweis auf amerikanische Geheimdienstkreise berichtet.

    Demnach haben der hohe Zuwachs unter den IS-Kämpfern und der Flüchtlingsstrom aus Syrien die USA zum gemeinsamen Handeln mit Russland gezwungen. In dieser Woche hatten bereits die Verteidigungsminister Sergej Schoigu und Ashton Carter ausführlich über Syrien telefoniert. Aus der US-Regierung hieß es, die Vereinigten Staaten möchten eine Konfrontation mit Russland in Syrien vermeiden und schlagen einen speziellen „Kooperationsmechanismus“ vor.

    In Syrien dauert seit 2011 ein bewaffneter Konflikt an, der nach UN-Angaben bisher mehr als 200.000 Menschenleben gefordert hat. Den Regierungstruppen stehen nicht nur vom Westen unterstützte bewaffnete Regimegegner, sondern auch diverse Terrorgruppen  wie Al-Nusra-Front oder der Islamische Staat gegenüber. Der IS konnte im Sommer 2014 weite Teile Syriens und des benachbarten Irak erobern und rief dort ein „islamisches Kalifat“ aus.

    Die IS-Miliz ist mit Panzern, Geschützen und Mörsern bewaffnet. Russland liefert Waffen, mit denen die syrische Armee gegen die Dschihadisten kämpft. Die USA und ihre europäischen Verbündeten, die eine Entmachtung von Syriens Präsident Baschar al-Assad anstreben, stemmen sich gegen die russische Waffenhilfe. Auch werfen sie Russland vor, eigene Truppen in das Kriegsland zu verlegen. Moskau dementiert das, schließt jedoch eine Truppenentsendung nach Syrien nicht mehr völlig aus, sollte die Regierung in Damaskus darum bitten.

    Zuletzt hat das Weiße Haus Moskau sogar mit einer „Isolation“ gedroht, sollte es im Kampf gegen den IS weiter die Assad-Armee unterstützen und einen Beitritt zur US-geführten Luftkoalition ablehnen. Eine von den USA geführte internationale Koalition fliegt seit August vergangenen Jahres Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien und im Irak. In Syrien bombardiert sie ohne Zustimmung der dortigen Regierung. Doch können sich die Luftangriffe der Koalition mit der syrischen Armee, die ganze Städte von den Dschihadisten befreit, nicht an Wirksamkeit messen. Auch mit der Ausbildung der so genannten moderaten syrischen Rebellen für den Kampf gegen den Islamischen Staat haben die USA bislang kaum etwas erreicht. Nach der Schulung sind diese verschwunden, wie das Pentagon kürzlich eingestanden hat.

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    Terrormiliz Daesh, CIA, Baschar al-Assad, USA, Russland, Syrien