14:19 15 November 2019
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    Kiew-treue Behörden: „Ukrainisierung“ im Donbass in vollem Gang

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    Lage im Donbass (Winter 2016) (133)
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    In allen Bildungseinrichtungen der von Kiew kontrollierten Territorien von Donbass wird Ukrainisch als einzige Unterrichtssprache eingeführt, wie der Chef der Donezker Gebietsverwaltung, Pawel Schebriwski, am Montag mitteilte.

    „Die Ukrainisierung der Schulen und Kindergärten wird durchgeführt. Es gibt solche Städte wie Druschkowka, wo bereits 100 Prozent aller Schulen ukrainisch sind. Heute schlossen wir eine Partnerschaft zwischen Schulen des Gebietes Donezk und der zentralen und westlichen Gebiete“, sagte Schebriwski in einer Pressekonferenz.

    Des Weiteren erwähnte er, dass die Behörden den Wiederaufbau eines während der Kämpfe bei Slawjansk im Jahr 2014 zerstörten Fernsehturms beabsichtigen. Mit seiner Hilfe möchte Kiew in den selbsterklärten Volksrepubliken Donezk und Lugansk ukrainische Sendungen ausstrahlen können. Schebriwski  zufolge, soll mithilfe dieser Fernsehsendungen ein ukrainisches Fernstudium für die Bewohner des abtrünnigen Donezkbeckens durchgeführt werden.

    In der Ukraine war es im Februar 2014 zu einem nationalistisch geprägten Umsturz gekommen. Die neuen Machthaber setzten ein Gesetz außer Kraft, das 13 der 27 ukrainischen Provinzen das Recht auf zwei Amtssprachen einräumte. Dagegen lehnten sich von Russischstämmigen dominierte Gebiete im Osten und Süden der Ukraine auf. Dort demonstrierten tausende Menschen für ein Referendum und eine Föderalisierung der Ukraine, also für mehr Selbständigkeit für ihre Regionen. Weil die Gebiete Donezk und Lugansk den nationalistisch geprägten Machtwechsel nicht anerkannten und unabhängige Volksrepubliken ausgerufen hatten, schickte die neue ukrainische Regierung Truppen in den Donezbecken.

    Die erbitterten Gefechte zwischen dem Kiew-treuen Militär und den Bürgermilizen von Donbass dauerten mehrere Monate, bis die Konfliktgegner im Februar dieses Jahres unter Vermittlung Deutschlands, Frankreichs und Russlands einen Friedensplan aushandelten. Trotz der angekündigten Waffenruhe und des Waffenabzugs dauerten die Kämpfe vereinzelt weiter an. Ende August wurde erneut eine Feuerpause vereinbart.
    Laut den jüngsten UN-Angaben sind bei den Kämpfen zwischen Regierungsarmee und Milizen in der Ostukraine bislang mindestens 8000 Menschen getötet worden.

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    Tags:
    Ukrainisierung, Russophobie, Pawel Schebriwski, Ukraine, Donbass