01:48 19 Juni 2019
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    Lebensmittelblockade der Krim

    Poroschenko rechtfertigt nationalistische Lebensmittelblockade der Krim

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    Politik
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    Petro Poroschenko hat die von den Nationalisten des Rechten Sektors verhängte Lebensmittelblockade der Krim unterstützt. Laut dem ukrainischen Präsidenten soll die Aktion dabei helfen, die Schwarzmeerhalbinsel wieder unter Kontrolle Kiews zu bekommen.

    Zuvor hatten Refat Tschbarow und Mustafa Dschemilew, beide Abgeordnete des ukrainischen Parlaments und Anführer der inoffiziellen Kiewer Organisation „Medschilis der Krimtataren“, zu einer Lebensmittelblockade der Krim aufgerufen, die sich im vergangenen Jahr mit Russland widervereinigt hatte. Die radikale Nationalistenmiliz „Rechter Sektor“ folgte dem Appell.

    Ihre Anhänger sperrten die Straßen zur Krim mit Betonblöcken ab und lassen seit Sonntag keine Lkw auf die Halbinsel mehr. Schon am ersten Tag wurden mehrere Hundert Trucks an der Grenze gestoppt. Nach Angaben des ukrainischen Fernsehens hat die Polizei für die Nationalisten ein Zeltlager aufgeschlagen und versorgt diese mit Trinkwasser und Lebensmitteln.

    „Die Blockade ist eine Aktion der gesellschaftlichen Aktivisten des krimtatarischen Volkes“, sagte Präsident Poroschenko laut der Zeitung „Obozrevatel“. Das Ziel sei es, die Krim wieder in die Ukraine zu holen. „Die Behörden, der ukrainische Grenzschutz und das Innenministerium haben den Befehl erhalten, für die öffentliche Ordnung zu sorgen und Provokationen zu verhindern“, so der Staatschef.

    Die Regierung der Halbinsel, die keine Landverbindung zum russischen Kernland hat, hat gelassen auf die Blockade reagiert. „Anders als vor einem Jahr sind wir heute nicht mehr auf die ukrainischen Lieferungen angewiesen, die jetzt weniger als 20 Prozent betragen“, kommentierte Vizepremier Michail Scheremet am Sonntag.

    Die Krim war im März vergangenen Jahres – nach gut zwei Jahrzehnten in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Der Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte. Die neue ukrainische Regierung betrachtet die Krim noch immer als ihr Gebiet und verspricht, die Halbinsel zurückzuholen.

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    Tags:
    Lebensmittel, Blockade, Rechter Sektor, Michail Scheremet, Mustafa Dschemilew, Refat Tschbarow, Petro Poroschenko, Krim, Russland, Ukraine