04:05 27 September 2020
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    Die für das Sperrgebiet in Tschernobyl zuständige Behörde hat mehrmals versucht, die ukrainische Regierung auf die Probleme der atomverseuchten Stadt aufmerksam zu machen. Doch Kiew lässt alle Warnungen außer Acht, berichtet der Pressedienst des ukrainischen Landesamts für die Verwaltung der Sperrzone.

    Im Juli 2015 war der ukrainische Premierminister Arseni Jazenjuk im Rahmen einer Arbeitsreise zu Besuch in Tschernobyl und Pripyat. Schon damals habe der Chef des Sperrgebietes, Juri Antipow, dem Ministerpräsidenten persönlich über die „katastrophale Situation“, die sich in der Sperrzone in den letzten 10 Jahren entwickelt hat, berichtet: „Eine totale Korruption, Überwachungsprobleme, ungeschützte Grenzen und die Notwendigkeit einer sofortigen  Reform des Verwaltungssystems. Das sind Probleme, die in erster Linie gelöst werden müssen“, schreibt der Pressedienst.

    Danach habe Juri Antipow einen Brief an den Premierminister geschickt, in welchem er erneut die Probleme Tschernobyls schilderte. Da aber Kiew auch dies nicht beachtet habe, habe Antipow am 22. September beschlossen, sein Amt niederzulegen.

    Kurz nach dem Reaktorunglück im Frühjahr 1986 war über dem havarierten Energieblock ein sogenannter „Sarkophag“ errichtet worden, der in den letzten Jahren zu zerfallen anfing.

    Das von französischen Unternehmen geleitete Konsortium NOVARKA begann  Ende 2007 mit dem Projektieren und dem Bau eines neuen Schutzmantels für den Reaktor. Die Bauarbeiten sollten im Jahr 2015 zu Ende gehen, werden aber wegen Geldmangels voraussichtlich bis November 2017 andauern.

    Russland wird 2016 und 2017 zusätzlich je fünf Millionen Euro Staatsmittel in den Tschernobyl-Fonds für den Bau der neuen Reaktor-Schutzhülle einzahlen.

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    Tags:
    AKW, Atomenergie, Juri Antipow, Arsseni Jazenjuk, Ukraine, Tschernobyl