04:57 18 Oktober 2018
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    Gemeinsamen Marinemanöver Russlands und Chinas

    Großübung zur See: Russland und China bieten Amerika die Stirn

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    Politik
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    Mit ihrem gemeinsamen Marinemanöver widersetzen sich Russland und China laut dem indischen Politikwissenschaftler Abhijit Singh der US-Überlegenheit in Asien und peilen eine kollektive Verteidigungsstrategie an.

    „Moskau und Peking sind sich darin einig, dass die USA der größte destabilisierende Faktor in der Region sind und dass das amerikanische Militär einen systematischen Eindämmungskurs gegenüber Russland und China betreibt“, schreibt Singh, Mitarbeiter am Institut für Verteidigungsstudien und —Analyse (IDSA), in einem Beitrag für The Diplomat.

    „Mit dem gemeinsamen Üben von Seegefechten senden sie (Russland und China – Red.) Washington ein Signal, dass die Tage seiner Dominanz zur See gezählt sind.“ Das Manöver „Maritimes Zusammenwirken 2015“, das im August im Japanischen Meer stattfand, war mit insgesamt 26 Schiffen, zwei U-Booten, 18 Flugzeugen und sechs Hubschraubern die größte gemeinsame Marineübung Russlands und Chinas in der Geschichte.

    Die Marinen beider Staaten erhöhten ihre Interoperabilität für etwaige Einsätze in Küstenbereichen in Asien und vermittelten einander ihre Spezifik. Darüber hinaus passten sie ihre Militärdoktrinen für eventuelle gemeinsame Operationen an, so der Experte weiter.

    Beide Staaten, so der Politologe, fordern die US-Marine heraus und versuchen ein neues strategisches Gleichgewicht in der Region. Mit ihrer engeren Zusammenarbeit wollen sie mit dem Pentagon auf Augenhöhe kommen.

    Dass die regionalen US-Verbündeten Japan, Philippinen und Vietnam ihre militärische Präsenz zur See erhöhen, beunruhige sowohl Moskau als auch Peking, schreibt Singh. Mit dem Großmanöver signalisiere das chinesisch-russische Bündnis die Bereitschaft, den potentiellen Gegnern die Stirn zu bieten.

    Im vergangenen Jahr hatten beide Staaten im Schwarzen und im Mittelmeer Übungen abgehalten, vor der Nase der Nato. Nun ließen sie im Japanischen Meer die Muskeln spielen.  „Mit den Seemanövern werden die Grenzen umrissen, in denen Russland und China sowohl individuell als auch kollektiv ihr Verteidigungspotential aufbauen können“, so der Experte weiter.

    „Nach wie vor sind die USA die führende Seemacht im Asiatisch-Pazifischen Raum. Doch die wachsende Zusammenarbeit von Moskau mit Peking zur See stellt die Weichen für eine multipolare Ordnung in den asiatischen Gewässern.“

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    Seemanöver, Übungen, Japan, USA, China, Russland