20:15 19 April 2019
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    Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko

    Geldwäsche: Ukrainische Behörde bittet Russland, gegen Poroschenko zu ermitteln

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    Ukrainische Finanz- und Schuldenkrise (85)
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    Aus dem ukrainischen Finanzsystem wurde Geld in die Offshore-Firma „Intraco Management Ltd.“ gepumpt. Der Bürgerrat der Ukraine hat Russland um Hilfe bei der Ermittlung gebeten. Es wird befürchtet, dass der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und der Abgeordnete Igor Kononenko dabei die Hand im Spiel hatten, berichtet die Zeitung „Iswestija“.

    In einem Brief, den der Vorsitzende des Rates, Valentin Chaletski, an die Föderale Finanzdienstleistungsaufsicht der Russischen Föderation (Rosfinmonitoring) geschickt hat, werde mitgeteilt, dass einigen Quellen zufolge Poroschenko und Kononenko direkt mit Intraco Management in Verbindung stehen.

    So habe diese Firma von 2012 bis 2015 regelmäßig große Summen unbekannter Herkunft erhalten und überwiesen, schreibt die Zeitung. Darunter sei auch Geld von russischen Banken überwiesen worden, wobei in den Zahlungsaufträgen stets die Personalien von Kononenko angegeben gewesen seien. Die Geldmittel der Firma seien unter anderem für die Wartung  des Flugzeuges des ukrainischen Staatschefs Poroschenko verwendet worden.

    Intraco Management habe bereits während der Amtszeit Poroschenkos aus anderen Offshore-Firmen beträchtliche Geldsummen erhalten – mal seien es nur 100.000, ein anderes Mal 200.000, öfters auch eine halbe Million Euro gewesen. Der Generalchef dieser Firma sei Geoffrey Magistrate, ein langjähriger Geschäftspartner von Poroschenko.

    „Die Tatbestandsaufnahme und die Schuldfeststellung der Verdächtigten ist ohne Beteiligung von russischen und internationalen Institutionen kaum denkbar. Russland hat viele effektive Möglichkeiten, gegen Geldwäsche zu ermitteln, an der unter anderem russische Finanzinstitute beteiligt waren“, zitiert die „Iswestija“ aus dem Brief.

    Während des Wahlkampfes und in den ersten Monaten nach seinem Machtantritt hatte Poroschenko seinen Wählern versprochen, den Konflikt im Donezbecken schnell beizulegen und die territoriale Integrität der Ukraine wiederherzustellen, die Krim zurückzubekommen, eine Dezentralisierung der Macht umzusetzen, Gehälter und Renten zu erhöhen, die Korruption zu bekämpfen sowie ein neues gerechtes Gerichtssystem aufzubauen.

    Zudem hatte es Versprechen gegeben, bereits im ersten Amtsjahr visafreies Reisen mit der EU zu erreichen, das Freihandelsabkommen mit der EU umzusetzen und zum Ende seiner Fünf-Jahres-Amtszeit nach den umgesetzten Reformen einen Dialog zu einer vollberechtigten Mitgliedschaft der Ukraine in der EU aufzunehmen.

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    Geldwäsche, Intraco Management Ltd, Rosfinmonitoring, Petro Poroschenko, Geoffrey Magistrate, Valentin Chaletski, Igor Kononenko, Russland, Ukraine