00:46 14 November 2019
SNA Radio
    Syrische Migranten

    Ungarns Premier: Österreich will keinen Flüchtlings-Korridor, sondern Quoten

    © REUTERS / Marko Djurica
    Politik
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1282)
    0 322
    Abonnieren

    Österreich hat den Vorschlag eines Korridors abgelehnt und will „gar nichts“ außer Quoten, doch das ist kein aufrechter Standpunkt - Ungarn möchte nicht den Ländern helfen, die die Einwanderer „reinlassen“ und sie danach verteilen wollen, wie der ungarische Premierminister Viktor Orbán am Freitag sagte.

    Österreich habe den Vorschlag eines Korridors abgelehnt. Deshalb sei die Einrichtung eines solchen Korridors unmöglich, da ja das Land am Ende dies nicht akzeptiere, äußerte Orban nach seinem Treffen mit dem österreichischen Kanzler Werner Faymann in der ungarischen Botschaft in Wien.

    „Heute können nur jene Menschen von Kroatien nach Ungarn gelangen, die (als Flüchtlinge) in Kroatien registriert worden sind“, erwähnte der Premierminister. Doch sowohl Ungarn als auch Österreich bezweifeln, dass Kroatien seine Versprechen und das Dublin-Abkommen erfülle und die Flüchtlinge überhaupt registriere. Ein Korridor würde dieses Problem lösen – Kroatien wäre nicht mehr gezwungen, dies zu tun.

    Seinen Worten nach möchte Österreich aber keinen Korridor und auch keinen Zaun an der Grenze zu Ungarn. „Gewollt wird von Österreich gar nichts. Das ist kein aufrechter Standpunkt. Früher oder später werden sie etwas wollen müssen“, betonte Orbán.

    Die Flüchtlingskrise habe zu Zwiespalt und gegenseitigen Beschuldigungen zwischen den EU-Staaten geführt. Diese Krise sei wie ein „internationaler Sturm“.

    Ein Quotensystem, wie dies Österreich vorschlage, sei dabei jedoch nicht zumutbar. Ungarn möchte nicht denen helfen, die die Einwanderer „reinlassen“ und danach sagen, dass dies Zuviel sei, und sie verteilt gehören, fügte er hinzu.

    Zuvor hatte Ungarn  mit dem Bau eines Grenzzauns zu Kroatien begonnen. Bereits am 15. September wurden die Bauarbeiten des Zauns an der Grenze zu Serbien komplett abgeschlossen. Bei der Sicherung der Grenze werden Militäreinheiten eingesetzt, illegale Grenzübertritte nach Ungarn werden sogar strafrechtlich verfolgt.

    Bus mit Flüchtlingen in der finnischen Stadt Lahti
    © REUTERS / Samuli Ikaheimo/Lehtikuva
    Am Freitag sicherte Ungarn seine Grenze auch zu Slowenien. Dies ist der erste Fall einer Grenzsperre zwischen Ländern, die dem Schengen-Raum angehören. Die Arbeiten, die von Militär und Polizei kontrolliert werden, begannen am Donnerstag, wobei die Regierung in Ljubljana über die Pläne von Ungarn nicht informiert wurde.

    Am Donnerstagabend hatte der ungarische Außenminister Peter Szijarto seinem slowenischen  Amtskollegen Karl Erjavec bei einem Telefongespräch versichert, dass diese Maßnahmen provisorisch seien.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1282)

    Zum Thema:

    Ungarn und Kroatien streiten über Flüchtlinge
    20.000 Flüchtlinge kommen übers Wochenende an die Grenze Ungarn-Österreich
    "Ungarn schlechte Wahl" - Bürgermeister will Migranten mit Video abschrecken
    Ungarn schlägt gemeinsamen Schutz der EU-Grenzen gegen Flüchtlingsstrom vor
    Tags:
    Korridor, Quoten, Migrationspolitik, Migranten, Werner Faymann, Viktor Orban, Serbien, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Österreich