13:41 27 Oktober 2020
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    Den Präferenzpreis für das Erdgas, den Russland der Ukraine für das vierte Quartal angeboten hat, bezeichnet der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin als beinahe gerecht. Regierungschef Arsenij Jazenjuk fordert unterdessen ein sofortiges Inkrafttreten der neuen Sanktionen gegen Russland.

    Die russische Regierung hatte am Donnerstag einen Preisnachlass von rund zehn Prozent für die Ukraine beschlossen. Demnach soll der vom Gaslieferanten Gazprom angebotene Preis um 24,64 auf 227,36 Dollar je 1000 Kubikmeter ermäßigt werden.

    „Das ist besser als die zunächst angebotenen 250 (Dollar je 1000 Kubikmeter)“, kommentierte der ukrainische Energieminister Demtschischin am Freitag. „Das liegt näher am gerechten Stand“, antwortete er auf die Frage, ob Kiew den neuen Preis akzeptiere.

    Am gleichen Tag verhängte die ukrainische Regierung neue Sanktionen gegen Russland. Unter anderem wurden den russischen Fluggesellschaften Aeroflot und Transaero  Flüge in die Ukraine verboten. Zudem untersagte Kiew landesweit die Nutzung russischer Software. Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk forderte am Freitag, die neuen Sanktionen sollten „sofort“ in Kraft treten.

    Die finanziell angeschlagene Ukraine hatte im Juli bei den westlichen Gläubigern einen neuen Milliarden-Kredit beantragt, um sich im kommenden Winter mit russischem Erdgas versorgen zu können. Russland liefert seit dem vergangenen Jahr nur gegen Vorkasse, weil die Ukraine davor Rechnungen monatelang nicht bezahlt hatte.

    Die ukrainischen Gasschulden hatten in der Vergangenheit bereits mehrmals Lieferengpässe in Europa verursacht. So kam es zum Jahreswechsel 2008/2009 zu einem mehr als zwei Wochen langen Lieferstopp für europäische Verbraucher, weil die Ukraine das Transitgas für sich abzweigte.

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    Tags:
    Schulden, Flugverbot, Sanktionen, Erdgas, Transaero, Aeroflot, Arsseni Jazenjuk, Wladimir Demtschischin, Russland, Ukraine