03:14 10 Dezember 2019
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    Der britische Premier David Cameron

    Cameron will nun mit Russland gegen IS kämpfen

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    Kampf gegen den IS (813)
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    David Cameron zieht Angriffe Großbritanniens gegen die islamistische Terrormiliz Islamischer Staat in Erwägung und will auch Russland mit ins Boot holen. Bis jetzt war der britische Premierminister Anhänger von Härte und Sanktionen gegen Russland. Russland hat sich unterdessen mit Iran, Irak und Syrien auf gemeinsamen Kampf gegen den IS geeinigt.

    „Wir sind überzeugt: Der IS stellt für Russland, Europa und alle Länder der Welt eine ernsthafte Bedrohung dar“, verkündete Camerons Presseamt am Sonntag. „Deshalb müssen wir Wege für eine Zusammenarbeit finden.“ Nach Angaben des Presseamtes erwägt Cameron Luftangriffe gegen den IS.

    Eine Zusammenarbeit mit der syrischen Regierung um Präsident Baschar al-Assad lehnt der britische Premier jedoch weiter ab. „Der IS und Assad sind in gleichem Maß Feinde des syrischen Volkes“, so Camerons Presseamt.

    In dieser Woche wurde bekannt, dass Russland, der Iran, der Irak und Syrien ein militärisches Informationszentrum gegründet haben, welches das Vorgehen dieser vier Staaten gegen den IS koordinieren soll. Das in Bagdad ansässige Zentrum soll Daten sammeln, analysieren und an die Generalstäbe der vier Staaten herantragen.

    Die Terrorgruppe Islamischer Staat, die seit Jahren in Syrien gegen die dortige Regierungsarmee kämpft, konnte im Sommer 2014 weite Teile Syriens und des benachbarten Irak erobern und rief dort ein „islamisches Kalifat“ aus. Darüber hinaus drängen die Dschihadisten, die schätzungsweise insgesamt 90.000 Quadratkilometer kontrollieren, nach Libyen. 

    Russland liefert Waffen, mit denen die syrische Armee gegen den IS kämpft. Die USA und ihre europäischen Verbündeten, die eine Entmachtung von Syriens Präsident Baschar al-Assad anstreben, stemmen sich gegen die russische Waffenhilfe. Auch werfen sie Russland vor, eigene Truppen in das Kriegsland zu verlegen. Moskau dementiert das, schließt jedoch eine Truppenentsendung nach Syrien nicht mehr völlig aus, sollte die Regierung in Damaskus darum bitten.

    Die USA drohten Moskau sogar mit einer „Isolation“, sollte es im Kampf gegen den IS weiter die Assad-Armee unterstützen und einen Beitritt zur US-geführten Luftkoalition ablehnen. Eine von den USA geführte internationale Koalition fliegt seit August vergangenen Jahres Luftangriffe gegen IS-Stellungen in Syrien und im Irak. In Syrien bombardiert sie ohne Zustimmung der dortigen Regierung. Doch können sich die Luftangriffe der Koalition mit der syrischen Armee, die ganze Städte von den Dschihadisten befreit, nicht an Wirksamkeit messen.

    Seinerseits ruft Russland die westliche Koalition, die ohne Absprache mit Damaskus Luftangriffe gegen den IS in Syrien fliegt, dazu auf, gemeinsam mit der syrischen Regierung und unter der Schirmherrschaft des UN-Sicherheitsrats gegen den IS zu kämpfen.

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    Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, David Cameron, Russland