06:25 10 Dezember 2019
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    Handelsblatt: USA kritisieren russische Handlungen in Syrien wegen gekränktem Stolz

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    Russland vs. Islamischer Staat (888)
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    Russlands Luftstreitkräfte haben mit den Luftangriffen in Syrien nicht nur die Terrormiliz „Islamischer Staat“, sondern auch das Selbstwertgefühl der Regierung in Washington und ihrer Verbündeten getroffen, wie das Handelsblatt am Mittwoch berichtet. Der Grund sei, dass der Westen selber die gegenwärtige Krise nicht lösen kann.

    Vor allem müssen sich die US-Regierung und Europa fragen, was eine solche Entwicklung der Situation überhaupt verursacht hat, unterstreicht der Autor des Artikels, André  Ballin. Die Krise in Syrien eskaliere nicht zuletzt wegen dem Westen seit vier Jahren immer stärker. Am Anfang leisteten die USA der Opposition, einschließlich der bewaffneten, ihre Unterstützung, so Ballin. Auf das Aufkommen von IS antworteten die USA mit vereinzelten Luftangriffen gegen die Dschihadisten, jedoch ohne einen bedeutenden Erfolg. Stattdessen verstärken die IS-Kämpfer ihre militärische Kraft.

    „Immer deutlicher wird: Der Westen kann die Krise nicht lösen. Wie er zuvor auch andere Krisen in der Region nicht lösen konnte; weder im Irak (…) noch in Afghanistan noch jüngst in Libyen. Das Eingreifen hat das Chaos eher noch verstärkt“, heißt es im Handelsblatt-Artikel.

    In Syrien setzten die USA eine gemäßigte Militärtaktik ein, so das Handelsblatt, versuchten jedoch immerhin den Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen. Moskau hat dabei seine bedauerliche Erfahrung in Libyen nicht vergessen. Daher konnte der Kreml nicht tatenlos zusehen, wie die USA seinen Verbündeten in Damaskus loszuwerden versuchen. Als klar wurde, dass die Waffenlieferung alleine nicht ausreichte, folgte als nächster logischer Schritt das direkte Eingreifen, schreibt das Handelsblatt.

    Die russische Luftwaffe fliegt seit dem gestrigen Mittwoch auf Bitte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad Angriffe gegen die Terrormiliz IS, die bereits weite Teile von Syrien erobert hat. Dabei greift die von den USA geführte Koalition seit September 2014 IS-Stellungen in Syrien in Umgehung des UN-Sicherheitsrates an und stimmt ihr Vorgehen nicht mit den syrischen Behörden ab.

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    Terrormiliz Daesh, André Ballin, USA, Russland, Syrien