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02:31 21 September 2019
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    Russischer Kampfjet Su-24 auf dem Flugplatz Hmeimim in Syrien

    Chinesen sehen mehr Einfluss für Russland dank Syrien-Einsatz

    © Sputnik / Dmitry Vinogradov
    Politik
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    Russland vs. Islamischer Staat (888)
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    Warum hat sich Russland für Luftangriffe gegen die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ entschieden? Die chinesische amtliche Agentur Xinhua bietet eine Erklärung. Sie verweist auf mangelnde Erfolge des Westens, hält den russischen Einsatz für legitim und und sieht politische Vorteile für Moskau.

    „Das russische Vorgehen in Syrien hat eine deutliche Motivation. Russland bewegt sich nicht nur im Fahrwasser des internationalen Kampfes gegen den Terrorismus, sondern erhöht auch seinen eigenen Einfluss in Syrien und im Nahen Osten“, heißt es in einem Kommentar der chinesischen Agentur. 

    Aus ihrer Sicht geht das russische Engagement in Syrien auch auf die veränderte Haltung des Kreml und des Westens zu diesem Problem zurück: „Den russischen Einstieg in den Kampf gegen den ‚Islamischen Staat‘ (IS) betrachten Experten als eines der Ergebnisse des jüngsten Gesprächs von Wladimir Putin und Barack Obama bei der UN-Vollversammlung.“

    Xinhua schreibt: „Der Westen mit den USA an der Spitze hat bisher einen Rücktritt von Baschar Assad ausdrücklich gefordert und die Lösung der Syrien-Krise davon abhängig gemacht. Nun schließt der Westen eine politische Regelung auch vor Assads Abgang nicht aus. Russland unterstützt unterdessen nach wie vor den syrischen Präsidenten, streitet aber auch die Möglichkeit politischer Reformen in Syrien nicht ab.“ 

    „Dank dieser korrigierten Haltungen haben Russland und die USA Chancen auf einen Kompromiss hinsichtlich des Kampfes gegen den IS bekommen“, kommentiert die chinesische Agentur. 

    Auch die „ziemlich bescheidenen Erfolge“ der US-geführten internationalen Koalition sowie die aktuellen Probleme der EU mit der Flüchtlingswelle haben laut Xinhua zum russischen Eingreifen mit beigetragen: „Eine Rolle spielte dabei nicht nur Moskaus ernste Motivation, sondern auch die Legitimität seines Vorgehens. Denn Syrien bestätigt, dass Assad Putin darum gebeten hat, militärisch zu helfen und insbesondere Kampfjets einzusetzen.“   

    Um die Befürchtungen des Westens zu beseitigen habe der Kreml mehrmals betont, dass Russland keinen Heereseinsatz in Syrien plane. Russland habe außerdem einen Koordinationskanal mit den USA initiiert, um Zwischenfälle im Luftraum zu vermeiden. Moskau habe Washington im Voraus über den russischen Luftwaffeneinsatz informiert, so der Kommentar weiter.  

    „Zwar werden russische Luftangriffe gegen den IS kaum eine entscheidende Wendung zur Folge haben, doch das ist ein klares Signal für die Unterstützung der syrischen Führung. Dieser russische Schritt wird jene schwere Lage erleichtern, in der die Regierung von Assad wegen der Aktivitäten der bewaffneten Opposition und Extremisten in Syrien steckt“, so Xinhua.

    „Vor dem Hintergrund der ungelösten Probleme im Osten der Ukraine und angesichts der antirussischen Sanktionen des Westens sollte Russland die Situation in Syrien nutzen, um seinen Einfluss zu demonstrieren und den diplomatischen Problemen ein Ende zu setzen“, schreibt die chinesische Agentur zum Schluss.

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    Terrormiliz Daesh, Anti-Terror-Kampf, Terrorismus, EU, UN-Vollversammlung, Baschar al-Assad, Barack Obama, Wladimir Putin, USA, Syrien, Russland, China