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14:48 14 Oktober 2019
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    Situation in Syrien

    Neue Syrische Armee: Der Untergang des US-Projekts zur Rebellen-Ausbildung

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    Politik
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    Die USA haben das Projekt zur Ausbildung der syrischen Opposition, der "Neuen Syrischen Armee", mit einem Budget von 500 Millionen Dollar auf Eis gelegt. Das Scheitern des Projekts schränke laut dem privaten US-Geheimdienst Stratfor die Möglichkeiten der USA in Syrien ein. Allerdings haben die USA auch andere Einflussmöglichkeiten.

    Das Programm sollte es erlauben, eine Rebellen-Armee zu schaffen, die den Kämpfern des "Islamischen Staates" gegenüberstehen und die amerikanischen Interessen in Syrien durchsetzen könnten. Allerdings rief die Zweckmäßigkeit des Programms zunehmend Zweifel hervor, nachdem eine Gruppe Soldaten der "Neuen Syrischen Armee" von Kämpfern der al-Qaida nahe stehenden Al-Nusra-Front entführt worden waren und eine andere Gruppe den Islamisten ihre Ausrüstungen und Munition im Austausch gegen ungehindertes Überqueren deren Territoriums gegeben hatte, wie Michail Tischtschenko im Magazin "Slon" schreibt.

    Das Programm für die Militärausbildung der Gegner von Präsident Baschar al-Assad wurde vor rund sechs Monaten gestartet. In dieser Zeit wurden für das Training und die Ausrüstungen der Kämpfer mehr als 40 Millionen Dollar ausgegeben. Es war geplant, gegen Jahresende mehr als 5.000 kampffähige Aufständische (insgesamt wurde mit 15.000 Kämpfern gerechnet) aufzustellen. Allerdings hatte Washington diese Zahl bereits im September auf wenige Hundert reduziert. Dabei hat der Kommandant des US-Zentralkommandos, General Lloyd Austin jüngst im Kongress eingestanden, dass nur wenige davon – nur vier oder fünf  Soldaten – tatsächlich kampfbereit waren.  

    Der Projekt-Stopp hat nicht nur amerikanische Interessen beeinträchtigt. Das Programm sah nämlich auch eine Koordinierung mit anderen Ländern, die das Geschehen in Syrien zu beeinflussen versuchen, darunter mit der Türkei, vor. Nun sollen die Anstrengungen vor allem der Unterstützung anderer Rebellen-Gruppierungen gelten, um dem Einfluss Russlands in Syrien etwas entgegenzusetzen, so Stratfor. Dabei sind bei weitem nicht alle dieser Gruppen für die USA akzeptabel. 

    In der nächsten Zeit wird Washington sich auch auf andere Einflusskanäle verlassen müssen. Zum einen ist es die von den USA geführte Anti-IS-Koalition, zum anderen funktioniert nach wie vor das CIA-Programm zur Unterstützung der Freien Syrischen Armee, einer Rebellen-Koalition, die den Kräften von Baschar Assad gegenübersteht. Unter anderem sieht das Programm die Lieferung von Anti-Panzer-Munition an die Aufständischen vor. Laut Stratfor ist der Einfluss der USA in den Reihen der Freien Syrischen Armee jedoch beschränkt.

    Schließlich könnten die USA versuchen, ihren Einfluss durch Kontakte mit den Kurdischen Selbstverteidigungstruppen zu stärken, indem sie Bedingungen für eine Offensive auf die IS-Stellungen schaffen. Hier sei allerdings vor dem türkischen Faktor gewarnt: Die Annäherung an diese Gruppierung könnte die Beziehungen zu Ankara untergraben.   

    Keine dieser Optionen ist eine vollwertige Alternative zur "Neuen Syrischen Armee". Die Lage in Syrien hat sich nach dem Eingreifen Russlands zusätzlich verkompliziert, darunter auch für die USA. Die Interessen der außenstehenden Akteure sind nach wie vor viel zu unterschiedlich, als dass man in naher Zukunft mit einer Lösung des Konflikts rechnen könnte. Die Letztere wäre überhaupt nur möglich, wenn man annehmen würde, dass der Einfluss auf die Aufständischen ausreicht.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Kämpfer, Ausbildung, Al-Qaida, Al Nusra-Front, CIA, Freie Syrische Armee (FSA), Stratfor, Lloyd Austin, Baschar al-Assad, Syrien