21:55 16 November 2019
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    Unruhen in Jerusalem

    Pulverfass Jerusalem kann jederzeit explodieren – Medien

    © REUTERS / Ammar Awad
    Politik
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    Am Donnerstag kam es in Jerusalem erneut zu einer Messerattacke, die Unruhen breiten sich weiter aus. Da die Gewaltexzesse von beiden Seiten den Konflikt verschärfen könnten, hat Staatschef Benjamin Netanjahu seinen Ministern und Abgeordneten untersagt, den für Juden wie auch Muslime heiligen Tempelberg zu besuchen, berichten örtliche Medien.

    Am Donnerstag griff ein Araber einen israelischen ultraorthodoxen Studenten an und verletzte ihn schwer, berichten Polizeisprecher.  Der Angriff ereignete sich neben einer Straßenbahnhaltestelle nahe des Polizeihauptquartiers, direkt auf der Grenzlinie zwischen den westlichen und östlichen Stadtteilen. Am selben Tag wurde dort auch eine Soldatin schwer verletzt.

    Seit Anfang des Monats sind nach Polizeiangaben insgesamt vier Menschen solchen Messerattacken zum Opfer gefallen.

    Die Welle der Gewalt hat aber nicht nur Jerusalem erschüttert: In den vergangenen Tagen kam es auch zu Schießereien im Westjordanland und zu Zusammenstößen zwischen  Demonstranten und der Polizei in Tel Aviv. In der zweitgrößten Stadt Israels wurde am Donnerstag ein Demonstrant erschossen, nachdem er eine Polizistin mit einem Schraubenzieher leicht verletzt hatte, heißt es in einem Bericht der Tel Aviver Polizei.

    In der palästinensischen Stadt Ramallah bewarfen die Protestler die Polizei mit Steinen. Auf einem veröffentlichen Video treten Polizisten in Ramallah mehrere am Boden liegende Palästinenser mit den Füßen.

    Angesichts des sich eskalierenden Konflikts in Jerusalem wie auch in nahegelegenen Städten habe Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu allen Ministern und Abgeordneten verboten, den nahegelegenen Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt zu besuchen, berichtet der israelische Fernsehkanal „i24“.

    Dies habe er deshalb gemacht, betont der Kanal, um „gefährliche Provokationen zu vermeiden, die das Pulverfass explodieren lassen könnten“. Zuvor haben die israelischen Behörden wiederholt versichert, dass der Status quo des Tempelberges, wonach die Besucher nur muslimische Rituale ausüben dürfen, nicht geändert wird, wie dies die palästinensischen Demonstranten befürchten.

    Zur gleichen Zeit habe der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, alle israelischen Bewohner dazu aufgerufen,  persönliche Waffen bei sich zu tragen, wenn sie dazu berechtigt sind.

     

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    Tags:
    Messerattacken, Konflikt, Proteste, Gewalt, Nir Barkat, Benjamin Netanjahu, Jerusalem, Israel, Palästina