16:38 31 März 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    371674
    Abonnieren

    Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt europäische Ziele über die deutschen und kann nach Meinung des Europa-Abgeordneten Joachim Starbatty als eine gute Europäerin gelten. Für einen Friedensnobelpreis tauge sie jedoch nicht.

    „Der Friedensnobelpreis ist ja ein politischer Preis“, sagte er im Sputniknews-Interview mit Nikolaj Jolkin. „Da versucht man Politik mitzumachen, indem entweder bestimmte Tätigkeiten von Politikern belohnt werden sollen, oder man bestimmte Politiker zu Aktionen auffordert, die man für nützlich hält. Insofern ist das eine Frage der jeweiligen politischen Stimmungen. Wenn ich jetzt aber das Werk von Angela Merkel im Verlauf ihrer letzten zehn Jahre in Betracht ziehe, so wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass man sie für den Friedensnobelpreis vorschlagen könnte.“

    In der Flüchtlingsfrage stelle sie sich als Retterin dar und plädiere für Willkommenskultur, so der Politiker. „Sie sagt, ‚Wir schaffen das‘, und lässt sich mit Flüchtlingen fotografieren. Und alle Welt sagt zur Flüchtlingsfrage,Wie wunderbar, Deutschland empfängt sie, Deutschland heißt sie willkommen, sie müssen nach Deutschland‘. So zieht sie eben die Massen an.  Und wer soll das alles ausbaden? Die Kommunen und die Länder sollen es ausbaden und unsere Nachbarstaaten auch.“

    Joachim Starbatty sieht darin keine Friedensaktion, sondern dass die Flüchtlingskanzlerin mit dieser Aktion Europa auseinander bringe. „Denn sie zieht Flüchtlinge an, die sagen: ,Ich muss jetzt nach Deutschland, das ist das Paradies‘. Und wenn sie dann bei uns sind, dann sollen sie auf Europa verteilt werden. Und eben das bringt Europa auseinander und schafft nur den Streit und keinen Frieden.“

    Auch wenn Angela Merkel das Klima rette und eine Energiewende versuche, dann ruiniere sie den Industriestandort Deutschland, ist sich der Ökonom Starbatty sicher. „Die Energiewende ist gescheitert, nun versucht die Bundeskanzlerin die Eurozone zusammenzuhalten. Obwohl einige Mitglieder der Eurozone nicht  hingehören dürfen, weil sie wirtschaftlich zu schwach sind. Diese Länder könnten sich erholen, wenn sie austreten könnten. Erst dann könnten sie wieder wettbewerbsfähig werden. Sie werden aber in der Union gehalten, und man glaubt: Dann werde die Union nicht zusammenbrechen. Die Konsequenzen sind, dass wir Blasen auf den einzelnen Märkten, den Aktien,- Immobilien- und Kunstmärkten haben, und dass die Sparer bei uns enteignet werden. Denn wenn die Sparkonten nichts mehr bringen, und die Inflationsrate ansteigt, dann heißt es, dass unsere Sparer enteignet werden. Was sie angesammelt haben, wird vergemeinschaftet.“

    Bundeskanzlerin Angela Merkel
    © REUTERS / Hannibal Hanschke

    In der Flüchtlingsfrage spiele sich die Bundekanzlerin als ein Mutmensch, so Joachim Starbatty. „Sie sagt: ,Wir brauchen Willkommenskultur und wir schaffen das‘, aber sie sagt das für sich. Sie versucht, die Welt zu retten, und vergisst, dass darüber Deutschland vor die Hunde gehen kann.“

    „Leute sagen zu recht, sie spiele ihr Gutmenschentum auf unsere Kosten aus“, betonte der Politiker. „Ein Land, das Menschen aufnehmen und sie gut integrieren will, kann nicht Massen über Maßen integrieren. Dann ist die Kraft des Landes erschöpft. Deswegen ist das Image von Angela Merkel angekratzt, auch in ihrer eigenen Partei“, schlussfolgert der deutsche Wirtschaftswissenschaftler und Europa-Abgeordnete.

    Starbatty gehörte 24 Jahre lang der CDU an und verließ die Partei, weil sie, wie er meinte, die Konzepte Ludwig Erhards verraten habe. Starbatty wurde in der breiten Öffentlichkeit durch die Verfassungsbeschwerde gegen die Einführung des Euro bekannt. Auch die Griechenlandhilfe ließ er in Karlsruhe überprüfen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    EU-Parlamentarierin Ernst: „In Flüchtlingsfrage muss Merkel konkreter werden“
    Kontroverse um Russland-Kurs: Gabriel setzt Merkel unter Druck
    Gib Abgas, Merkel!
    Migranten-Krise: „Mama Merkel, hilf uns“
    Tags:
    Nobelpreis, Migrationspolitik, Migranten, CDU/CSU, Partei Alternative für Deutschland (AfD), EU, Joachim Starbatty, Angela Merkel, Deutschland