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    Juncker: EU für bessere Beziehungen zu Russland ohne US-Diktat

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    Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Europäer dazu aufgerufen, sich für vernünftigere Beziehungen mit Russland zu engagieren. Das Verhältnis mit Moskau darf sich die EU nicht mehr von den USA diktieren lassen.

    „Wir müssen uns um ein brauchbares Verhältnis zu Russland bemühen. Das ist nicht sexy, aber es muss sein. Wir können so nicht weitermachen“, sagte Juncker deutschen Medienberichten zufolge während seines Besuchs in einem Aufnahmelager für ankommende Flüchtlinge in Passau.

    In den Beziehungen mit Russland sollte man nicht unbedingt zu einer vollkommenen Einstimmigkeit gelangen wollen, doch eine vernünftige Gesprächsbasis sei dringend erforderlich, erklärte der Politiker.

    Die Russen seien ein stolzes Volk, dessen Land, so Juncker, „eine Rolle zu spielen“ habe.

    „Man darf sie nicht von der Bildfläche verdrängen, sonst melden sie sich, wie wir gesehen haben, sehr schnell wieder.“, erwähnte er im Hinblick auf die Operation der russischen Luftstreitkräfte gegen die terroristische Organisation „Islamischer Staat“ in Syrien.

    In diesem Zusammenhang kritisierte er den Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama, der Russland vor einiger Zeit zu einer „Regionalmacht“ herabgestuft habe.

    „So redet man nicht über Russland, das Land will auf gleicher Augenhöhe behandelt werden, und da haben die Russen auch Recht“, sagte Juncker. „Man muss Russland anständig behandeln. Wir können uns unser Verhältnis zu Russland nicht von Washington diktieren lassen. Das geht nicht.“, betonte er.

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    Tags:
    Migranten, Sanktionen, Terrormiliz Daesh, EU, Jean-Claude Juncker, Barack Obama, Syrien, USA, Russland